Yahoo Investor fordert Jobkahlschlag - und Mayers Entlassung

Der Yahoo-Investor SpringOwl fordert, den Großteil der Beschäftigten zu entlassen, um den strauchelnden Internetkonzern zu sanieren. Dazu verlangt er die Absetzung von Firmenchefin Marissa Mayer.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer: Der Druck steigt
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Yahoo-Chefin Marissa Mayer: Der Druck steigt


Ein an Yahoo beteiligter Investmentfonds hat den Internetkonzern aufgefordert, die Zahl der Arbeitsplätze drastisch zu reduzieren. In einer 99 Seiten langen Präsentation, die am Montag verbreitet wurde, verlangte die Firma SpringOwl die Streichung von rund 9000 Jobs bei dem Unternehmen, das zuletzt etwa 10.700 Vollzeit-Angestellte und fast 800 weitere Beschäftigte hatte.

Außerdem forderte der Fonds die Absetzung von Konzernchefin Marissa Mayer, die gerade erst Zwillinge zur Welt gebracht hat, sowie mehrerer Verwaltungsratsmitglieder. Zudem sollten eigene Aktien aufgekauft werden, um den Börsenkurs zu stützen.

Mit der Reduzierung der Arbeitskräfte und dem Streichen weiterer Ausgaben, etwa für kostenlose Mitarbeiteressen und Feste, könnten mindestens zwei Milliarden Dollar im Jahr gespart werden, argumentierte SpringOwl. Um den Aktienrückkauf zu finanzieren, solle Yahoo seine Finanzreserven anzapfen, Schulden aufnehmen und Immobilien verkaufen, darunter auch den Firmensitz im kalifornischen Sunnyvale.

Wie groß die SpringOwl-Beteiligung an dem Konzern ist, wurde nicht mitgeteilt. Yahoo steht wegen seiner Geschäftsstrategie seit längerem bei einigen Anteilseignern in der Kritik. Unter dem Druck der Aktionäre hatte das Unternehmen vergangene Woche mitgeteilt, dass es auf den Verkauf seiner Beteiligung an dem chinesischen Online-Riesen Alibaba verzichte und stattdessen sein kriselndes Kerngeschäft mit Suchmaschine und Online-Werbegeschäft in ein neues Unternehmen auslagere.

Die Entscheidung ist ein Rückschlag für Konzernchefin Mayer, die eigentlich die milliardenschwere Alibaba-Beteiligung abstoßen und den Erlös an die Aktionäre ausschütten wollte. Mayer war im Sommer 2012 zu Yahoo gekommen, um den strauchelnden Internetkonzern wieder auf Vordermann zu bringen. Es gelang ihr aber nicht, den Rückstand zum Rivalen Google aufzuholen.

ssu/ts/AFP



insgesamt 21 Beiträge
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Awesomeness 15.12.2015
1. Yahoo ist seit 15 Jahren tot
Das Kerngeschäft war mal Werbeanzeige gegen Suchergebnisse. Google liefert seither bessere Suchen mit wesentlich weniger und unaufdringlicherer Werbung, die zudem immer etwas mit der Suche zu tun hat! Im Grunde ist Yahoo nur noch ein Geldhaufen aus Erfolg längst vergangener Tage.
romanpg 15.12.2015
2.
ich bin ja eigentlich nicht sehr kapitalismuskritisch, aber das ist echt die Höhe. Zu fordern knapp 90% der Angestellten zu entlassen nur damit die Dividende stimmt ist echt das letzte und kann nicht im Interesse von Yahoo! liegen
ulrich-lr. 15.12.2015
3. Low Performer
Nach eigener Defintion ist Mayer ohnehin Low Performer. So wie sie nach der Gaußschen Verteilerkurve gern andere auf die Kündigungskandiatenliste setzen ließ, ist sie nun wohl selber dran. Würde aber deutlich weicher fallen als die Opfer ihrer sagenhaften Personalpolitik.
ex_Kamikaze 15.12.2015
4. Kapitalismus brutal!
90 % entlassen, Schulden aufnehmen um eigene Aktien zu kaufen. Irgendwelche Investitionen in ein Produkt? Fehlanzeige! So führt sich Kapitalismus selbst ad absurdum
Peter Eckes 15.12.2015
5. .
Man muß sich aber schon fragen was diese 10700 Angestellten eigentlich den ganzen Tag tun. Eine Suchmaschine programmieren die nicht richtig funktioniert? Belanglose Newsartikel der letzten zwei Wochen auf einer Seite zusammenkopieren? (Als Helmut Schmidt schon 5 Tage tot war stand bei yahoo.de als Breaking News das er gerade ins Krankenhaus eingeliefert wurde.) Ich frage mich wie dieser Konzern überhaupt einen Euro verdient. Und das überall vorgetragene Mantra man muß nur eine Frau an die Spitze setzen dann wird alles besser ist auch ein weiteres Mal entzaubert worden. Wenn Merkel nächstes Jahr fertig ist mit ihrer Selbstdemontage bleibt als weltweit einzige erfolgreiche Frau mal wieder nur Elizabeth II. übrig.
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