Verizon am Ziel Yahoos Übernahme scheint besiegelt

Mehr als 20 Jahre nach der Gründung steht der Internetpionier Yahoo offenbar kurz vor dem Verlust seiner Eigenständigkeit. Der Telekomkonzern Verizon übernimmt Yahoo nach Medienberichten für knapp fünf Milliarden Dollar.
Yahoo-Chefin Marissa Mayer

Yahoo-Chefin Marissa Mayer

Foto: ROBERT GALBRAITH/ REUTERS

Der Bieterwettstreit um den Internetkonzern Yahoo   ist offenbar entschieden. Der Telekom-Konzern Verizon übernimmt Medienberichten zufolge das Kerngeschäft des Internet-Pioniers für rund 4,8 Milliarden Dollar. Die Übernahme solle voraussichtlich noch am Montag bekanntgegeben werden, melden der Finanzdienst Bloomberg  und das "Wall Street Journal" . Verizon übernehme auch zumindest einen Teil der Yahoo-Immobilien.

In dem monatelangen Verkaufsprozess galt Verizon schon lange als aussichtsreichster Bewerber. Nach bisherigen Informationen will der Telekom-Riese Yahoo mit seiner Internet-Sparte AOL zusammenlegen. Die Hoffnung dabei sei, dass man so einen schlagkräftigeren Konkurrenten für Google   und Facebook   bei Online-Werbung aufbauen könne.

Yahoo hatte sich zum Verkauf gestellt, nachdem es nicht gelungen war, die Beteiligung an der chinesischen Handelsplattform Alibaba   steuerfrei für die Aktionäre abzuspalten. Nun soll stattdessen das Kerngeschäft abgestoßen werden. Die beiden Beteiligungen mit einem aktuellen Wert von rund 40 Milliarden Dollar bleiben bei dem bisherigen Unternehmen.

Abgehängt von Google und Facebook

Ein Verkauf würde das Ende der Eigenständigkeit für eine der bekanntesten Firmen in der Internet-Wirtschaft markieren. Yahoo war vor über 20 Jahren als Verzeichnis von Webseiten gegründet worden. Dienste des Konzerns wie etwa E-Mail haben hunderte Millionen Nutzer, Yahoo tat sich jedoch schon seit Jahren schwer, das in Einnahmen umzumünzen. Das Geld wird vor allem mit Online-Werbung gemacht - und in diesem Geschäft wurde Yahoo immer mehr von Google und Facebook abgehängt.

Mehrere Chefs versuchten erfolglos, das Steuer bei Yahoo herumzureißen. Zuletzt hatte die ehemalige Google-Managerin Marissa Mayer vier Jahre Zeit dazu. Sie setzte auf einen Ausbau des Medienangebots, Investitionen in eigene Anstrengungen bei der Web-Suche und wollte jüngere Nutzer mit dem Kauf der Blog-Plattform Tumblr für rund eine Milliarde Dollar anlocken. Doch allein im vergangenen Quartal fielen die Netto-Werbeerlöse um rund ein Fünftel.

dab/dpa
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