Internetkonzern Warren Buffett soll an Yahoo interessiert sein

Jetzt wird es bei Yahoo richtig spannend: Der Investor Warren Buffett könnte für den angeschlagenen Internetkonzern bieten - es wäre ein bemerkenswerter Schritt.

Bridge-Spieler und Starinvestor Warren Buffett
AP

Bridge-Spieler und Starinvestor Warren Buffett


Google, die "Daily Mail" oder Time Warner - angebliche Interessenten für den angeschlagenen Internetpionier Yahoo gab es in den vergangenen Wochen zuhauf. Doch nun kommt nochmal Bewegung in den Verkaufsprozess. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge soll sich Warren Buffetts Holding Berkshire Hathaway an einem Konsortium beteiligen, das ebenfalls für Yahoo bieten könnte. Reuters beruft sich auf Informationen eingeweihter Personen.

Der mögliche Einstieg Buffetts in den Bieterwettstreit um Yahoo ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Das 85-jährige "Orakel von Omaha" ist vor allem für seine klassischen Investments bekannt, darunter Banken, Autokonzerne oder die Konsumgüterindustrie. Yahoo wäre die erste große Beteiligung an einem Tech-Unternehmen.

Außerdem wäre das neue Bieterkonsortium ein harter Konkurrent für Verizon. Das Telekommunikations- und Medienunternehmen galt zuletzt als aussichtsreichster Anwärter im Verkaufsprozess. Verizon könnte Yahoo mit seiner Onlinetochter AOL zusammenführen. AOL-Chef ist Tim Armstrong, der einst wie Yahoo-Chefin Marissa Mayer bei Google war und dort als ihr Rivale galt.

Mayer versucht seit mehr als drei Jahren ohne großen Erfolg, das Yahoo-Geschäft mit Onlinewerbung in Schwung zu bringen. Deshalb stellte sich der Konzern vor einigen Monaten zum Verkauf, nachdem die ursprünglich für Anfang 2016 vorgesehene Trennung von der milliardenschweren Beteiligung an der chinesischen Alibaba-Plattform nicht wie geplant erfolgen konnte. Der Konzern wollte den Erlös an seine Aktionäre ausschütten. Doch es blieb unklar, ob die Transaktion steuerfrei bleibt.

Ein Käufer des Internetkonzerns, der ohne die heutige Firmenchefin weitermachen will, muss viel bezahlen: Der 40-Jährigen steht im Fall der Kündigung nach einer Übernahme eine Vergütung von rund 54,9 Millionen Dollar zu, wie kürzlich aus Yahoo-Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC hervorging. Dazu gehört eine Bargeldabfindung von drei Millionen Dollar, der Rest besteht hauptsächlich aus Aktien.

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