Schuldenkrise Anleger setzen verstärkt auf Aktien

Die Deutschen vertrauen wieder auf Aktien. Laut einer Umfrage ist die Zahl der Aktionäre innerhalb eines Jahres um 1,9 Millionen gestiegen. Einen stärkeren Boom gab es nur im Jahr 2000. Hintergrund ist die Furcht der Bürger vor Schuldenkrise und Inflation.

Händler an der Frankfurter Börse: Aktien gewinnen an Attraktivität
REUTERS

Händler an der Frankfurter Börse: Aktien gewinnen an Attraktivität


Frankfurt am Main - Die Deutschen gelten eigentlich als eher börsenscheu. Im internationalen Vergleich setzen nicht nur die Briten und Amerikaner stärker auf Aktien. Auch in den Niederlanden und in Dänemark ist die Aktionärsquote höher. Doch aufgrund der niedrigen Sparzinsen und der andauernden Euro-Krise werden Wertpapiere auch für Bundesbürger attraktiver. Im ersten Halbjahr haben 10,2 Millionen Anleger hierzulande direkt oder indirekt Geld in Aktien gesteckt, teilte das Deutsche Aktieninstitut (DAI) mit.

Das entspricht 15,7 Prozent der Gesamtbevölkerung und ist ein Anstieg um 1,9 Millionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Einen stärkeren Zuwachs hatte es nur im Ausnahmejahr 2000 gegeben. Damals sorgte unter anderem der Börsengang der Telekom für 3,6 Millionen neue Anleger.

Die Zahlen wurden vom Umfrageinstitut TNS-Infratest erhoben. DAI-Direktor Franz-Josef Leven sagte, Anleger, die sich in der Finanzmarktkrise von Aktien abgewandt hätten, seien zurückgekehrt. Die Aktie werde angesichts der Schuldenkrise als Sachwert geschätzt - wie die Immobilie. Beide Investments gelten als vergleichsweise sicher im Falle einer Inflation. Zudem lässt sich mit deutschen Staatsanleihen derzeit kaum noch Geld verdienen. Die Rendite ist teilweise so gering, dass sie nicht einmal mehr die Inflation ausgleicht.

"Von einer endgültigen Stabilisierung der Aktionärszahlen sollten wir allerdings noch nicht sprechen", sagte Leven. Zu Zeiten des Börsenbooms im Jahr 2001 lag die Zahl der Aktionäre und Fondsbesitzer in Deutschland noch bei fast 13 Millionen. Später wandten sich aber viele Kleinanleger von Aktien ab, weil ihr Vermögen durch Börsencrash, Kursabstürze und Finanzmarktkrise schrumpfte.

cte/dpa/AFP



insgesamt 43 Beiträge
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Maya2003 07.08.2012
1.
Zitat von sysopREUTERSDie Deutschen vertrauen wieder auf Aktien. Laut einer Umfrage ist die Zahl der Aktionäre innerhalb eines Jahres um 1,9 Millionen gestiegen. Einen stärkeren Boom gab es nur im Jahr 2000. Hintergrund ist die Furcht der Bürger vor Schuldenkrise und Inflation. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,848678,00.html
DIE Deutschen ? Seit wann sind 5% der Bevölkerung DIE Deutschen. 95% haben andere Sorgen als sich um Aktien zu kümmern.
kimba2010 07.08.2012
2.
Zitat von sysopREUTERSDie Deutschen vertrauen wieder auf Aktien. Laut einer Umfrage ist die Zahl der Aktionäre innerhalb eines Jahres um 1,9 Millionen gestiegen. Einen stärkeren Boom gab es nur im Jahr 2000. Hintergrund ist die Furcht der Bürger vor Schuldenkrise und Inflation. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,848678,00.html
Entweder Flucht in Sachwerte oder eine "Sucker Ralley", wenn noch die letzten Deppen in den Aktienmarkt kurz vor dem Zusammenbruch einsteigen. Gabs zuletzt auch im Jahre 2000.
b.oreilly 07.08.2012
3.
ist ja auch richtig so. Aktien, aber auch Gold kann man dann, nach der Währungsreform, praktisch am Schalter innerhalb weniger Sekunden wieder verkaufen. Bei einer Immobilie kann man da unter Umständen Jahre warten, ehe man das zu einem "angemessenen" Preis wieder los wird.
juergw. 07.08.2012
4. Erstaunlich..
Zitat von sysopREUTERSDie Deutschen vertrauen wieder auf Aktien. Laut einer Umfrage ist die Zahl der Aktionäre innerhalb eines Jahres um 1,9 Millionen gestiegen. Einen stärkeren Boom gab es nur im Jahr 2000. Hintergrund ist die Furcht der Bürger vor Schuldenkrise und Inflation. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,848678,00.html
die meisten hatten sich doch mit der Telecom Aktie die Finger verbrannt. Die Kleinaktionäre sind doch immer die Betrogenden-erst die Kurse runter, Stop Los auslösen-dann billig zukaufen.So machen es die Großen.
jayjay21 07.08.2012
5. optional
@Maya2003 weit mehr als fünf Prozent der Deutschen haben Ersparnisse. Wenn diese sich allerdings nicht um ihre Ersparnisse kümmern wollen, oder das Risiko welches Aktien auch immer bedeuten scheuen, sollen sie dann bitte später leise sein und weder über die Ungerechtigkeit der Welt klagen, noch Extra Steuern für die _bösen_ Reichen (tm) fordern!
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