Verlagerung von Fabriken Deutsche Firmen fliehen kaum noch ins Ausland

Fabriken im Inland schließen und in Ländern mit Niedriglöhnen wieder aufbauen: So sah jahrelang das Standardrezept vieler deutscher Firmen im Zuge der Globalisierung aus. Doch dieser Trend ist laut SPIEGEL-Informationen weitgehend gestoppt - denn Verlagerungen rechnen sich oft nicht mehr.
Fertigung im Wolfsburger VW-Werk: Schwindende Vorteile von Niedriglöhnen im Ausland

Fertigung im Wolfsburger VW-Werk: Schwindende Vorteile von Niedriglöhnen im Ausland

Foto: dapd

Hamburg - Deutsche Unternehmen drängt es kaum noch ins Ausland. Zwischen 2010 und 2012 sank die Quote jener Unternehmen, die Produktionskapazitäten in Deutschland abbauen, um sie anderswo neu zu installieren, auf acht Prozent. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt des Trends im Jahr 2003 gaben fast 25 Prozent der Unternehmen an, Teile ihrer Produktion ins Ausland verlagert zu haben.

Der Rückgang bedeutet jedoch nicht, dass hiesige Unternehmen weniger an Internationalisierung interessiert seien, resümiert das Fraunhofer-Institut, das die Zahlen erhoben hat. "Unternehmen investieren sehr wohl in Produktionsressourcen im Ausland, aber nicht zu Lasten heimischer Standorte", heißt es in der Studie.

Die deutsche Wirtschaft sei nach wie vor global aufgestellt, da 21 Prozent der Produktionskapazitäten deutscher Betriebe im Ausland angesiedelt seien. Dies entspricht einem Produktionswert von 389 Milliarden Euro. Der starke Rückgang an Neuverlagerungen ins Ausland wird mit den "schwindenden Vorteilen" durch Niedriglöhne im Ausland sowie schlechterer Qualität begründet.

fdi
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