Online-Modehändler Zalando erwartet in Coronakrise deutlich mehr Umsatz

Der Onlinehandel mit Mode ist einer der wenigen Geschäftszweige, die von der Coronakrise profitieren. Zalando rechnet für das Jahr 2020 mit bis zu einem Fünftel mehr Umsatz.
Zalando-Paket im Post-Verteilzentrum in Rudersdorf: Verschiebung der Kundennachfrage von Offline nach Online

Zalando-Paket im Post-Verteilzentrum in Rudersdorf: Verschiebung der Kundennachfrage von Offline nach Online

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Adam Berry/ Getty Images

Die meisten Modegeschäfte leiden stark unter den Corona-bedingten Beschränkungen, mehrere Wochen waren sie komplett geschlossen. Der Online-Modehändler Zalando erwartet hingegen auch infolge der Virus-Auswirkungen in diesem Jahr ein Umsatzwachstum von 10 bis 20 Prozent. Zudem rechnet der Konzern nach eigenen Angaben mit einem bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 100 bis 200 Millionen Euro. Ende März hatte Zalando seine Jahresprognose wegen der Viruskrise gekappt und mitgeteilt, eine neue Vorhersage werde es erst geben, wenn absehbarer sei, wie sich die Pandemie entwickele.

Wachstumstreiber seien unter anderem die Verschiebung der Kundennachfrage von Offline nach Online und die beschleunigte Zunahme des Plattformgeschäfts, teilte das Unternehmen mit. "In Zeiten, in denen der stationäre Handel in vielen Ländern Europas durch Ausgangsbeschränkungen stark betroffen ist, verlagern Marken größere Anteile ihres Geschäftes ins Digitale, um ihre Kunden weiterhin erreichen zu können."

Zalando präzisierte zudem seine Zahlen für das erste Quartal und bestätigte dabei im Wesentlichen die vorläufigen Zahlen, die es Mitte April genannt hatte. Demnach stieg der Umsatz um 10,6 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Eine geringere Nachfrage im März und Sonderabschreibungen auf den Warenbestand als Folge geänderter Verkaufserwartungen für die laufende Saison habe auf bereinigter Basis zu einem Betriebsverlust von 98,6 Millionen Euro geführt. "Seit Anfang April hat sich die Kundennachfrage erholt und das (Bruttowarenvolumen) GMV ist im Vergleich zum Vorjahr wieder zweistellig gewachsen."

fdi/Reuters
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