Medienbericht Ver.di kritisiert Leistungserfassung bei Zalando

Mitarbeiter fühlten sich "fremdbestimmt und gefangen": Zalando misst, wie viele Artikel Angestellte pro Stunde bearbeiten. Die Gewerkschaft Ver.di kritisiert diese Praxis in einem Bericht scharf.
Zalando-Paket: "Kolleginnen und Kollegen fühlen sich nur noch fremdbestimmt und gefangen"

Zalando-Paket: "Kolleginnen und Kollegen fühlen sich nur noch fremdbestimmt und gefangen"

Foto: Frank Rumpenhorst / picture alliance/dpa

Der Online-Modehändler Zalando kann die Leistung der Beschäftigten seiner Logistikzentren genau überwachen. Eine Software erfasse, wie viele Artikel die Mitarbeiter bearbeiten, teilte das Unternehmen mit. Zuvor hatte das Magazin "Business Insider" darüber berichtet . In dem Artikel kritisierte die Gewerkschaft Ver.di den wachsenden Druck auf die Beschäftigten.

"Kolleginnen und Kollegen fühlen sich nur noch fremdbestimmt und gefangen", sagte Ver.di-Versandhandelsexperte Orhan Akmann. Betroffen sind demnach Beschäftigte, die in den Logistikzentren Artikel aus den Regalen holen oder sie dort einbuchen. Gesteuert wird das vom Warenwirtschaftssystem Zalandos, das auch leistungsbezogene Informationen enthält.

"Ein Beispiel ist die Zahl der bearbeiteten Artikel pro Stunde", hieß es in einer Zalando-Stellungnahme. "Diese Information allein gibt jedoch keine Auskunft über die Leistung der Mitarbeiter", teilte das Unternehmen mit. So dauere es länger, Stiefel zu bearbeiten als Flip-Flops.

Mitarbeitergespräche - Druck oder Wertschätzung?

Ver.di kritisierte überdies Gespräche, die Vorgesetzte angeblich monatlich und nach Krankheiten mit den betroffenen Mitarbeiten führten. Dies erzeuge zusätzlichen Druck. Nach Zalandos Angaben ist der Zweck der Gespräche ein anderer: "Sie dienen der Unterstützung sowie Wertschätzung der Mitarbeiter."

Das Unternehmen teilte mit, sich eng mit Betriebsräten abzustimmen und alle Datenschutzbestimmungen einzuhalten. "Der Wettbewerb um Arbeitskräfte ist hoch, deshalb sind wir bestrebt, sehr gute Arbeitsbedingungen zu bieten."

Ver.di kritisiert die digitalen Systeme bei Zalando schon länger, darunter die Software Zonar, mit der sich Beschäftigte in der Verwaltung gegenseitig bewerten.

kko/dpa
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