Gewinnwarnung Heißer Sommer schadet Geschäft - Zalando-Aktie bricht ein

Der Sommer war heiß - kein Wetter, um Jacken im Netz zu bestellen. Zalando bekommt das zu spüren und warnt vor niedrigeren Gewinnen. Die Folge: Europas größter Onlinemodehändler verliert 1,4 Milliarden Euro an Wert.

Zalando-Paket
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Am Ende des Tages stand ein Verlust von gut 13 Prozent: Der Aktienkurs von Zalando ist am Dienstag nach einer erneuten Umsatz- und Gewinnwarnung so stark gefallen wie noch nie seit dem Börsendebüt vor knapp vier Jahren. Die Papiere des Onlinehändlers von Modeartikeln brachen zwischenzeitlich sogar um bis zu 20 Prozent ein und erreichten damit den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren.

Zum Handelsende war Zalandos Unternehmenswert bei einem Aktienkurs von 36,37 Euro um knapp 1,4 Milliarden Euro auf gut neun Milliarden Euro gefallen. Das Rekordhoch der Aktien von Mitte Juli bei gut 50 Euro ist erst einmal in weite Ferne gerückt.

Konkret hatte Zalando am Montagabend die Erwartungen für den bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) in diesem Jahr auf nur noch 150 bis 190 Millionen Euro gesenkt. Bislang hatte das Unternehmen zumindest in Aussicht gestellt, das untere Ende der Spanne von 220 bis 270 Millionen Euro erreichen zu können. Auch die Umsatzprognose hatte der Konzern gesenkt. Bereits Anfang August hatte Zalando die Ziele für das Jahr gesenkt, damals verlor die Aktie binnen zwei Tagen um bis zu elf Prozent an Wert.

Als Gründe für die gesenkten Erwartungen gab das Unternehmen sowohl damals als auch diesmal den heißen und langen Sommer sowie höhere Rabatte und Abwicklungskosten an. "August und September 2018 waren gekennzeichnet von hohen Temperaturen in ganz Europa", hieß es jetzt in der Mitteilung. Dies habe die Nachfrage gedämpft und höhere Rabatte nötig gemacht. Zudem habe sich der Start der Herbst- und Wintersaison verzögert.

Im Sog der Zalando-Verluste fielen auch die Papiere des britischen Onlinemodehändlers Asos an der Londoner Börse um fünf Prozent. Aktien der Modemarke Hugo Boss gaben um knapp zwei Prozent nach. "Das widrige Wetter dürfte alle Anbieter der Modebranche belastet haben", sagte Analyst Volker Bosse von der Baader Bank.

fdi/dpa-AFX



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