Internet-Handel Schuh-Verschicker Zalando macht Millionenverlust

Der Online-Modehändler Zalando hat im vergangenen Quartal viele Kunden gewonnen - aber einen Verlust von bis zu 32 Millionen Euro eingefahren. Einer der Gründe: die schlechte Zahlungsmoral.

Zalando-Outlet-Store in Berlin: Noch höhere Marketingkosten
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Zalando-Outlet-Store in Berlin: Noch höhere Marketingkosten


Der Online-Modehändler Zalando hat das vergangene Quartal mit einem deutlichen Umsatzschub, aber auch mit einem dicken Minus abgeschlossen. Die Erlöse legten im Jahresvergleich um 41 bis 43 Prozent auf bis zu 717 Millionen Euro zu, wie Zalando in der Nacht zum Donnerstag mitteilte. Nach vorläufigen Zahlen gab es jedoch einen bereinigten Verlust vor Zinsen und Steuern von 18 bis 32 Millionen Euro.

Ein Grund seien "gezielte Wachstumsinvestitionen", hieß es von Zalando. Die Berliner Firma sei bereit, "kurzfristige Einbußen bei der Profitabilität in Kauf zu nehmen, um Wachstum zu beschleunigen und Marktanteile zu gewinnen", sagte Vorstand Rubin Ritter. Dazu hätten Investitionen in die Logistik sowie die Vermarktung von App-Downloads gehört.

Zudem hätten Betrugsfälle aus dem ersten Halbjahr 2015 zu niedrigeren Einnahmen aus Inkasso-Forderungen als ursprünglich angenommen geführt, hieß es - "insgesamt in Höhe eines einstelligen Millionenbetrags".

Für das Gesamtjahr hob Zalando seine Umsatzprognose an: 2015 sei nun mit einem Plus von 33 bis 35 Prozent zu rechnen. Der Grund für die erneute Nachbesserung sei die Entwicklung in den ersten neun Monaten des Jahres. Der Kundenzustrom habe zu einer Steigerung der Erlöse um 35 Prozent geführt. Erst im August hatte Zalando seine Prognose angehoben und für dieses Jahr ein Plus zwischen 28 und 31 Prozent angepeilt.

Auch im gesamten Jahr wird sich der höhere Umsatz von Europas größtem Online-Modehändler allerdings nicht im Ergebnis widerspiegeln. Die Prognose für die Ebit-Marge im Gesamtjahr senkte Zalando auf drei bis vier Prozent. Zuvor hatte der Online-Händler 4,5 Prozent angestrebt. Als einen Grund nannten die Berliner höhere Marketingkosten.

nck/Reuters/dpa



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Spiegelleserin57 15.10.2015
1. ein Plus zwischen 28 und 31 Prozent
von diesem Zuwachs können andere Firmen nur träumen. Wer gibt denn sein ganzes Geld für soetwas aus was das nächste Jahr schon wieder unmodern wird? Dass die Zahlungsmoral immer weniger existiert darüber klagen viele Firmen. Die Menschen verschulden sich, wollen alles haben und erkennen nicht ihre Grenzen. Dann kommt die üble Überraschung dass die Inkassofirmen aktiv werden müssen. Es wird Zeit dass viele wieder auf den Boden der Tatsachen zurückfinden!
yshitake 15.10.2015
2. Das ist die selbe Strategie
mit der die großen Versender im letzten Jahrhundert (Quelle, Otto, Neckermann) bis zum bitteren Ende geliebäugelt haben: Wenn sie den Markt voll abdecken wird das Geschäft endlich rentabel. Vorher gehen aber alle pleite die sich auf diesen Todesmarsch begeben. Die ganze Sache steht und fällt mit den Rücksendungen und wie man diese deckelt oder reduiziert. Durch kafkaeske Zwangsmaßnahmen bei der Retour (vergrault die Kunden gefährdet den Usmatz) oder Augen zu und durch...soweit expandieren das der Gesamtumsatz den stetigen Reibungsverlust durch Rücksendungen kompensiert oder das Angebot so erweitern, das man auch Sachen verkauft die nicht so oft zurück gehen. Das alles schafft Zalando aber nicht, denn dafür verkaufen sie die komplett falsche Ware...Best practise ist natürlich in dem Bereich Amazon. Und da sehen die Zahlen in den Problembereichen natürlich auch nicht gut aus, dafür haben die das komplette Angebot und die marktbeherrschende Position um es zu kompensieren
goethestrasse 15.10.2015
3. irgendwann merkt der Dümmste,..
..dass er auch kleverer sein kann als Zalando. Dass Asylbewerber bestellen ne zu zahlen, ist aber bestimmt ein Gerücht.
linkereuropäischerpatriot 15.10.2015
4. Woher kommt auf einmal
die schlechte Zahlungsmoral?! Die Bitte um Erklärung, da wir als Kunden der Schaden durch DIEBSTAHL finanzieren!
!!!Fovea!!! 15.10.2015
5. Das wundert mich nicht,
wenn man hört, dass Teile der Kunden die Ware bestellt, zum festlichen Anlass anzieht und dann wieder zurückschickt. Und da sage mal einer, dass man von der Jugend nichts lernen kann.... ;-)
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