Onlinehändler Zalando will noch 2014 an die Börse

Zalando plant noch in diesem Jahr seinen Börsengang. Der Onlinehändler will damit Kapital für seine Expansion einsammeln. Laut Insidern könnten mehr als 500 Millionen Euro zusammenkommen.
Onlinehändler: Zalando will noch 2014 an die Börse

Onlinehändler: Zalando will noch 2014 an die Börse

Foto: Oliver Berg/ dpa

Berlin - Erst rechnete Zalando schwarze Zahlen vor, nun will Zalando schnell an die Börse: Noch in diesem Jahr will der Onlinehändler Aktien ausgeben. Ein genauer Termin steht aber noch nicht fest. "Abhängig vom Börsenumfeld" solle der Börsengang im zweiten Halbjahr 2014 stattfinden, teilte Zalando mit.

"Geplant ist die Ausgabe von neuen Aktien aus einer Kapitalerhöhung", hieß es. Die bestehenden Zalando-Eigner behielten ihre Anteile. Nach dem Börsengang sollen zehn bis elf Prozent des Zalando-Kapitals an der Börse platziert sein.

Die Pläne der Firma sorgen auch deshalb für Aufsehen, weil es der größte Börsengang eines Online-Unternehmens in Deutschland seit dem Platzen der Internetblase nach der Jahrtausendwende werden könnte. So berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Finanzkreise, die Höhe des Emissionsvolumens könne bis zu 750 Millionen Euro betragen. Zalando sei zuletzt mit rund vier Milliarden Euro bewertet worden. Die Agentur Reuters berichtete unter Berufung auf Insider, das Emissionsvolumen betrage mehr als 500 Millionen Euro. Der Ausgabepreis solle in der Woche ab dem 29. September bekannt gegeben werden.

Mit der Ankündigung des baldigen Börsengangs nutze das Unternehmen das Zeitfenster, das sich durch die Verschiebung des Börsengangs des chinesischen Internetkonzerns Alibaba in New York geöffnet habe, schrieb das "Handelsblatt". Alibaba wollte ursprünglich in der ersten Septemberwoche an die Börse gehen.

"Der nächste logische Schritt in der Entwicklung von Zalando"

"Das Erreichen der Gewinnschwelle im ersten Halbjahr 2014 ist ein wichtiger Meilenstein", sagte Zalando-Vorstandsmitglied Rubin Ritter in der Ankündigung zum Börsengang. "Der Gang an die Börse ist der nächste logische Schritt in der Entwicklung von Zalando."

Erst Ende August hatte Zalando erstmals ein Plus gemeldet. Demnach lag der Gewinn vor Zinsen und Steuern im ersten Halbjahr 2014 bei zwölf Millionen Euro - nach einem Minus von 109 Millionen vor Jahresfrist. Wie viel Gewinn unter dem Strich geblieben ist, teilte die Firma nicht mit. Den Umsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres bezifferte das Unternehmen auf etwa eine Milliarde Euro.

Zalando will mit dem Börsengang Geld für die Expansion einsammeln. Die Internet-Investoren Samwer, mit deren Geld Zalando groß geworden war, sind mit 17 Prozent der zweitgrößte Anteilseigner hinter dem schwedischen Finanzinvestor Kinnevik, der 36,5 Prozent hält. Weitere Miteigentümer sind neben Tengelmann mit etwas über fünf Prozent der dänische Modeunternehmer Anders Holch Povlsen mit zehn Prozent sowie Holtzbrinck Ventures und der kanadische Pensionsfonds OTPP.

Laut "Handelsblatt" wird auf den Börsengang von Zalando der Gang der Internetschmiede Rocket Internet der Brüder Samwer aufs Parkett folgen. Das Unternehmen könnte 500 bis 750 Millionen Euro einsammeln, zitierte die Zeitung aus Finanzkreisen.

mmq/dpa/AFP
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