»Makroökonomische Herausforderungen, die länger anhalten« Zalando streicht Ziele zusammen – Aktie bricht ein

Corona hat Folgen – auch für Zalando: Der Online-Modehändler hat zu Beginn der Pandemie viel Geld verdient. Nun sorgen die hohe Inflation, Rezessionsängste und eine trübe Stimmung vieler Verbraucher beim Dax-Konzern für eine Flaute.
Foto: Jens Kalaene / dpa

Kein Schrei vor Glück: Die Zeiten scheinen vorerst vorbei, in denen der Online-Modehändler Zalando mit zweistelligen Wachstumsraten überzeugen konnte. Die hohe Inflation, Rezessionsängste und eine trübe Stimmung vieler Verbraucher sorgen aktuell beim Dax-Konzern für eine Flaute.

Nun hat das Unternehmen – das während der Coronapandemie noch zu den großen Gewinnern gehörte – seine Ziele für das laufende Jahr drastisch zusammengestrichen. Analysten zeigten sich zwar nicht überrascht über die Senkung, wohl aber über ihr Ausmaß. Zalando will jetzt auf die Kostenbremse drücken.

Die Aktie brach am Freitagmorgen ein und fiel zwischenzeitlich um bis zu 18 Prozent auf 20,94 Euro und damit unter ihren Ausgabepreis ihres Börsengangs aus dem Jahr 2014 von 21,50 Euro. Bis zum Handelsschluss am frühen Abend berappelten sich die Papiere aber: Sie schlossen mit 25,14 Euro gut eineinhalb Prozent im Minus.

Damit setzt sich der Abwärtstrend dennoch fort, nachdem der Corona-Kursboom schon eine Weile Geschichte ist. Während der Hochphase der Pandemie hatte Zalando lange Zeit vom florierenden Online-Handel profitiert. Im Sommer vergangenen Jahres hatte der Kurs mit 105,90 Euro ein Rekordhoch erreicht, womit das Unternehmen damals fast 28 Milliarden Euro wert war. Inzwischen sind es nur noch etwa 6,6 Milliarden Euro.

Das aktuelle Umfeld beeinflusse die finanzielle Entwicklung negativ, kommentierte Co-Chef Robert Gentz der am Donnerstagabend verbreiteten Konzernmitteilung zufolge die Lage. Zalando geht demnach inzwischen von »makroökonomischen Herausforderungen aus, die länger anhalten und intensiver sein werden, als zunächst angenommen«.

So dürfte das zweite Quartal ersten Schätzungen zufolge schwächer ausfallen als erwartet und »deutlich« unter den Analystenerwartungen bleiben. Es sei nicht mehr davon auszugehen, dass sich die Verbraucherstimmung kurzfristig erhole, begründete Zalando die Senkung der Prognose.

dop/dpa
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