Geschäftszahlen Zalando will 2019 um mindestens 20 Prozent wachsen

Europas größter Online-Modehändler Zalando wähnt sich nach einem guten Weihnachtsgeschäft für das laufende Jahr gerüstet. Der Umsatz soll um mindestens ein Fünftel wachsen.
Zalando-Vorstände David Schneider (l-r), Robert Gentz und Rubin Ritter

Zalando-Vorstände David Schneider (l-r), Robert Gentz und Rubin Ritter

Foto: Bernd von Jutrczenka/DPA

Die Geschäfte des Onlinehändlers Zalando haben im Schlussquartal noch einmal angezogen. Der Umsatz stieg um knapp 25 Prozent auf rund 1,66 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) nahm von 112,6 Millionen auf 117,8 Millionen Euro zu. Die entsprechende Marge sank jedoch leicht von 8,4 Prozent auf 7,1 Prozent. Der Wert lag aber noch über den Erwartungen der von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Analysten.

Für das neue Geschäftsjahr strebt Zalando weiteres Wachstum an: Der Umsatz soll am unteren Ende der Spanne von 20 bis 25 Prozent wachsen, das bereinigte Ebit sieht der Konzern bei 175 Millionen bis 225 Millionen Euro, was im günstigsten Fall wieder deutlich mehr wäre als 2018. Dabei will der Konzern weiter investieren - 300 Millionen Euro sind dafür vorgesehen.

Das Geld soll dazu dienen, die Expansion auf Auslandsmärkten voranzutreiben. Außerdem will Zalando seine Rolle als Plattformbetreiber ausbauen, also den Modeherstellern die Möglichkeit bieten, ihre Produkte direkt an die Kunden zu verkaufen. Im vergangenen Jahr trug das Partnerprogramm zehn Prozent zum Bruttowarenvolumen bei, bis 2023/2024 sollen es bis zu 40 Prozent sein. (Das Bruttowarenvolumen umfasst die Gesamtausgaben von Kunden sowohl für Waren von Zalando als auch für solche aus dem Partnerprogramm. Bis 2023/2024 soll es auf 20 Milliarden Euro klettern - von aktuell 6,6 Milliarden Euro.)

Im Gesamtjahr erreichte der Konzern seine zweimal gesenkten Ziele. Der Umsatz stieg 2018 um 20 Prozent auf knapp 5,4 Milliarden Euro, das bereinigte Ebit sank von 215 Millionen auf 173,4 Millionen. Neben hohen Investitionen litt Zalando wie andere Modehändler auch unter dem heißen Sommer und damit verbundenen vollen Lagern und musste Kunden hohe Rabatte gewähren. Unter dem Strich verdiente Zalando erheblich weniger: Der Nettogewinn wurde mit 51,2 Millionen Euro fast halbiert.

Um seine Wachstumsziele zu erreichen, erweitert Zalando seinen Vorstand auf fünf Mitglieder und verteilt die Verantwortlichkeiten neu. In den Vorstand neu berufen wurde dabei David Schröder, der künftig das Finanzressort übernehmen soll. Um die Produkt- und Technologiestrategie soll sich Jim Freeman als Chief Technology Officer kümmern.

mik/dpa-AFX
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