Onlineversandhandel Zalando will zur Plattform für H&M und Zara werden

Zalando geht auf andere Modeunternehmen zu: Der Versandhändler will seine Plattform Händlern wie H&M und Zara für den Onlinevertrieb anbieten.
Zalando-Logistikzentrum

Zalando-Logistikzentrum

Foto: Martin Schutt/ picture alliance / dpa

Europas größter Onlinemodehändler Zalando hat sich ein hohes Ziel gesetzt: Modeunternehmen sollen den Handel mit ihren Marken künftig komplett über Zalando abwickeln können. "Wir wollen zur digitalen Strategie unserer Markenpartner werden", sagte das Vorstandsmitglied des Berliner Versandhändlers, David Schneider, bei der zweiten Hauptversammlung des Berliner Modeversandunternehmens.

Markenfirmen sollen auf der Plattform eigene digitale Shops einrichten und verwalten können. Auch bisherige Konkurrenten wie Zara und H&M will das Unternehmen langfristig an seine Plattform binden. Für Modemarken sei es bislang extrem schwierig, ihre Kunden gezielt online anzusprechen, sagte Schneider.

Auf eine Dividende will der Versandhändler wegen der Wachstumsstrategie vorerst weiter verzichten. "Wir werden wohl auch in den kommenden Jahren unsere Gewinne ins Wachstum investieren", kündigte Vorstandsmitglied Rubin Ritter an. Im laufenden Jahr will Zalando rund 200 Millionen Euro für Investitionen in Technologie und Logistik in die Hand nehmen.

Schwächelndes Wachstum

Trotz der anstehenden Ausgaben will Zalando 2016 die Gewinnmarge konstant halten und den Umsatz um 20 bis 25 Prozent steigern. 2015 waren die Erlöse allerdings noch um 34 Prozent auf knapp drei Milliarden Euro geklettert.

Im ersten Quartal 2016 legte der Umsatz weniger stark zu als im Vorjahreszeitraum: Er wuchs um 23,7 Prozent auf 796 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Zuwachs noch bei 29 Prozent gelegen.

Zuletzt schwächelte auch Zalandos Aktienkurs: Nach einem Höchststand im Dezember verlor die Aktie bis Ende Mai rund ein Viertel ihres Werts. Zalando ist seit Herbst 2014 an der Börse notiert und im vergangenen Jahr in den Mittelwerteindex aufgestiegen. Die Aktie gab am Dienstag ein Prozent nach auf 26,70 Euro. Der Ausgabepreis hatte bei 21,50 Euro gelegen.

brt/dpa/Reuters
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