Personalabbau Modekette Zara hat Ärger mit dem Betriebsrat

Der Bekleidungskette Zara droht ein Konflikt mit der Belegschaft. Der Betriebsrat wirft dem Management nach SPIEGEL-Informationen vor, Mütter und Kranke zu benachteiligen.

Zara-Filiale
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Nach außen vermittelt die Modekette Zara Wohlfühlatmosphäre. Die Mitarbeiter duzen sich und ihre Chefs, alle wirken jung und tragen hippe Klamotten. Doch in den vergangenen Monaten gab es in den schicken Filialen einigen Ärger.

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Heft 24/2017
Wie Paare friedlich auseinandergehen

Der Zara-Betriebsrat geht nach SPIEGEL-Informationen gegen den jüngsten Personalabbau in den Läden des Modeunternehmens vor. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

In einem internen Schreiben werfen die Arbeitnehmer der Geschäftsleitung vor, Mitarbeiter, "die nicht mehr in das Personalmodell der Zara passen, aus dem alltäglichen Arbeitsprozess wegzudrängen". Unter den Betroffenen seien vor allem Mitarbeiter, die länger krank gewesen seien, sowie Mütter mit kleinen Kindern. Noch im Juni soll dazu eine Betriebsräteversammlung stattfinden.

Hintergrund des Konflikts sind Personalgespräche, die das Modeunternehmen in den vergangenen Monaten mit Mitarbeitern in Zara-Filialen unter anderem in München, Hamburg und Hannover geführt haben. Insgesamt wurden laut Betriebsrat mehr als 40 Mitarbeitern Aufhebungsverträge angeboten.

Zara räumt die Maßnahmen grundsätzlich ein und sprich von Fällen mit "einer ungewöhnlich hohen Arbeitsabwesenheit ohne klar erkennbaren Grund". In München sei deshalb 27 von 480 Mitarbeitern "ein freiwilliger Austritt angeboten" worden, und zwar "ausschließlich in Fällen, in denen objektiv keine Verbesserung der Situation absehbar war". Allerdings handle es sich nur bei drei dieser 27 Münchner Mitarbeiter um Mütter. Der Betriebsrat hingegen geht davon aus, dass unter den bundesweit Betroffenen mindestens ein Dutzend Mütter seien.

Auch die Gewerkschaft Ver.di äußert Kritik. "Statt seine Mitarbeiterinnen zu unterstützen", sagt Cosimo-Damiano Quinto, Unternehmensbetreuer Textileinzelhandel bei Ver.di, "steigert Zara die Unsicherheit in der Belegschaft."

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