Zerschlagung Sberbank an Dexia-Tochter interessiert

Die belgisch-französische Krisenbank Dexia steht vor der Zerschlagung - eine Bad Bank für die Risikopapiere steht ebenso zur Diskussion, wie die Verstaatlichung des Mutterhauses. Für eine attraktive Tochter in der Türkei interessiert sich dagegen die russische Sberbank.
Dexia-Zentrale in Brüssel: Käufer buhlen um attraktive Konzerntochter

Dexia-Zentrale in Brüssel: Käufer buhlen um attraktive Konzerntochter

Foto: YVES HERMAN/ REUTERS

Moskau/Brüssel - Sie verwaltet den Großteil der russischen Spareinlagen und hält allein in Russland über mehr als 20.000 Filialen Kontakt zu ihren Kunden - die russische Sberbank  . Doch die Beschränkung auf den heimischen Markt ist Konzernchef German Gref schon lange nicht mehr genug. Jetzt streckt er die Fühler nach der türkischen Deniz-Bank aus. Die Aufmerksamkeit der größten russischen Bank sei "mehr als groß", sagte ein namentlich nicht genannter Sberbank-Mitarbeiter der Moskauer Zeitung "Kommersant".

Erst vor kurzem hatte Sberbank-Chef German Gref gesagt, die attraktivsten Märkte für sein Unternehmen seien derzeit die Türkei und Polen. Und die Chancen stehen nicht schlecht, dass er seine Ambitionen verwirklichen kann. Denn die Deniz-Bank ist eine Tochter des in Turbulenzen geratenen belgisch-französischen Geldhauses Dexia. Und dort herrscht zurzeit Ausverkaufsstimmung.

Die Deniz-Bank betreibt in der Türkei rund 500 Filialen, ist im Vergleich zur Sberbank also winzig. Das Geldhaus hatte erst im September seine Aktivitäten in Richtung Osteuropa ausgebaut. Mit der Ost-Tochter der Österreichischen Volksbanken, der Volksbank International, unterzeichnete das Unternehmen einen Kaufvertrag. Dagegen war 2009 der Versuch gescheitert, gemeinsam mit dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna International   den Autobauer Opel zu übernehmen.

Vor der Sitzung des Dexia-Verwaltungsrats am Sonntag will sich die belgische Regierung erneut abstimmen. Es gehe dabei um den Preis für den belgischen Teil der Dexia-Bank, der verstaatlicht werden soll, berichtet die Nachrichtenagentur Belga. Ein weiteres Thema sei die Höhe der Garantien für eine noch zu gründende "Bad Bank" für Risikopapiere. Die belgische Regierung sprach darüber auch weiter mit der französischen Regierung in Paris.

mik/dpa
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