ZEW-Index Börsenprofis bleiben verhalten optimistisch

Trotz negativer Meldungen von Industrie und Außenhandel: Deutsche Börsenprofis rechnen weiter mit einer guten wirtschaftlichen Entwicklung. Der ZEW-Indikator lag im September wie im Vormonat bei 0,5 Punkten.
Handelssaal der Börse in Frankfurt

Handelssaal der Börse in Frankfurt

Foto: Christoph Schmidt/ dpa

Der ZEW-Index verharrt im September bei 0,5 Punkten und signalisiert damit vorsichtigen Optimismus der befragten Analysten und Anleger. Das teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mit.

Im Juli war das Barometer wegen des britischen Votums für einen EU-Austritt noch auf den schwächsten Wert seit gut dreieinhalb Jahren gerutscht. Ökonomen hatten nun allerdings mit einem Anstieg auf 2,5 Punkte gerechnet.

Die Bewertung der aktuellen Lage fiel bei den Finanzmarktexperten etwas schlechter aus. Sie sank um 2,5 Punkte auf 55,1 Zähler. Analysten hatten 56,0 Punkte erwartet.

Für die Eurozone stieg der Indikator um 0,8 auf 5,4 Punkte, bei der aktuellen Lage gab es einen minimalen Rückgang um 0,2 auf minus 10,5 Punkte. Für den ZEW-Index befragt das Institut jeden Monat rund 200 Analysten und institutionelle Anleger.

"Die konjunkturellen Impulse aus dem In- und Ausland sind derzeit uneindeutig und erschweren den Ausblick auf die nächsten Monate", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. Es gebe negative Meldungen von der deutschen Industrie und vom Außenhandel - vor allem mit Ländern außerhalb der EU. Dem stehe allerdings ein "sich verbesserndes ökonomisches Umfeld" in der Europäischen Union gegenüber. Die Konjunkturerwartungen wiesen zugleich auf "eine unverändert gute Wirtschaftslage im kommenden halben Jahr" hin.

Im ersten Quartal hatte die Wirtschaft kräftig um 0,7 Prozent zugelegt und wuchs im Frühjahr noch um 0,4 Prozent. Das Bundeswirtschaftsministerium geht davon aus, dass die Konjunktur im zweiten Halbjahr etwas an Tempo verliert.

nck/dpa/Reuters