ZEW-Index Zuversicht unter Börsenprofis wächst deutlich

Das gibt dem Dax einen Schubs nach oben: Die Konjunkturerwartungen deutscher Investoren und Analysten haben sich im August stärker als erwartet verbessert. Der ZEW-Index stieg auf 56,1 Punkte - im Vormonat lag er noch dramatisch tiefer. Auch der Wirtschaftsverband DIHK rechnet nun mit einer Erholung.


Mannheim - Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren haben sich im August stark verbessert. Der entsprechende Index stieg von 39,5 Punkten im Vormonat auf 56,1 Punkte, wie das Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit einer Verbesserung auf 47,3 Punkte gerechnet.

An der Börse kam der überraschende Schub des ZEW-Index gut an: Der Dax Chart zeigen legte leicht zu.

Positive Zahlen zum Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal haben den Einschätzungen der Finanzmarktexperten hinsichtlich der konjunkturellen Lage Auftrieb gegeben, hieß es. "Zur Euphorie besteht allerdings kein Anlass. Die deutsche Konjunktur entwickelt sich synchron zur weltweiten Konjunktur und dürfte sich daher nur allmählich erholen", kommentierte ZEW-Präsident Wolfgang Franz die Entwicklung.

Der ZEW-Konjunkturindikator gilt als ein wichtiger Stimmungsindikator der deutschen Wirtschaft. Befragt werden monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anleger.

Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet mit einer allmählichen Erholung der Wirtschaft. Im kommenden Jahr werde sich der Außenhandel wieder stabilisieren, teilte der DIHK am Dienstag mit. Erwartet wird ein Anstieg um vier Prozent, was in etwa dem Zuwachs des gesamten Welthandels entspräche.

Für das laufende Jahr ist der DIHK allerdings weniger optimistisch. Die deutschen Exporte dürften nach einer Schätzung um 17 Prozent fallen. Die Schätzung basiert auf einer Umfrage unter allen Auslandshandelskammern (AHKs) in mehr als 80 Ländern.

In absoluten Werten rechnen die AHKs demnach mit Ausfuhren von gut 815 Milliarden Euro für das Jahr 2009. Für 2010 werden knapp 850 Milliarden Euro prognostiziert. Im Jahr 2008 wurde noch der Rekordwert von 995 Milliarden Euro erzielt.

Die größten Impulse für eine Erholung in 2010 kommen der Prognose zufolge aus den Absatzmärkten in der Europäischen Union (EU). Nach dem Einbruch 2009 legen demnach die Ausfuhren in die EU im nächsten Jahr leicht zu, und zwar von knapp 522 Milliarden auf rund 538 Milliarden Euro. Rund 65 Prozent aller Exporte werden von den EU-Staaten abgenommen. Der wichtigste Abnehmer deutscher Ausfuhren bleibt Frankreich. Dahinter folgen die Niederlande, die USA und Italien.

yes/ddp/dpa-AFX/AP/Reuters



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nemansisab, 12.07.2009
1. Nach der Krise ist vor der Krise?
Zitat von sysopDie Anzeichen für ein baldiges Ende der Wirtschaftskrise verdichten sich. Laut Industrieverband BDI gibt es erste Anzeichen für eine Erholung des Außenhandels. Auch das Wirtschaftsministerium ist optimistisch. Hat Deutschland die Talsohle durchschritten?
Welche Talsohle? Hier in HH ist alles ruhig und satt.... Mehr als satt, regelrecht fett würde ich sagen! Irgendwie wird die Nachrichtenlage zur "Krise" dünner. Vielleicht ist sie vorbei oder aber wir werden vor der Wahl eingelullt und danach kommt der große Knall. Wie auch immer, ich habe ein ungutes Gefühl. Aber was hat Wirtschaft schon mit Gefühlen zu tun.
e.schw 12.07.2009
2. Wunder über Wunder...
Zitat von sysopDie Anzeichen für ein baldiges Ende der Wirtschaftskrise verdichten sich. Laut Industrieverband BDI gibt es erste Anzeichen für eine Erholung des Außenhandels. Auch das Wirtschaftsministerium ist optimistisch. Hat Deutschland die Talsohle durchschritten?
Da behaupte mal einer, heute geschehen keine Wunder mehr.
LouisWu 12.07.2009
3.
Zitat von sysopDie Anzeichen für ein baldiges Ende der Wirtschaftskrise verdichten sich. Laut Industrieverband BDI gibt es erste Anzeichen für eine Erholung des Außenhandels. Auch das Wirtschaftsministerium ist optimistisch. Hat Deutschland die Talsohle durchschritten?
Wer kann das schon beantworten? Falls aber reine Spekulation gefragt ist: Ich lese recht gut aus Katzen-Eingeweiden..;-) In unserer Firma läuft das Geschäft im Vergleich zum Vorjahr immer noch auf -30% Niveau und das EBIT wird dank 20% Kurzarbeit auf einer "schwarzen Null" gehalten. Es ist auch fraglich, ob das Umsatzniveau der Vorjahre überhaupt nochmal erreicht werden wird. Die ganze Welt scheint ja auf Pump gelebt und bestellt zu haben, und jetzt ist das billige Geld möglicherweise auf Dauer weg und damit auch der entsprechende Umsatz. Warten wir's ab.
liborum 12.07.2009
4.
Zitat von e.schwDa behaupte mal einer, heute geschehen keine Wunder mehr.
Und wie wir uns wundern- nach der WAhl.
Adran, 12.07.2009
5.
"Deutsche Exporte mit -24,5% im Mai" (http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2009/07/deutsche-exporte-mit-245-im-mai.html) "Deutsche Industrieproduktion mit Jubelmeldungen" (http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2009/07/deutsche-industrieproduktion-mit.html) Lucas Zeise - Weltwirtschaftskrise, die nächste (http://www.ftd.de/meinung/leitartikel/:Kolumne-Lucas-Zeise-Weltwirtschaftskrise-die-n%E4chste/536705.html) und last but not least, einen der keinen Wahlkrampf hat, und daher wohl nicht verschönt.. Summers On Recession: "I Don't Think The Worst Is Over" (http://www.huffingtonpost.com/2009/07/11/summers-on-recession-i-do_n_230022.html)
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