Videokonferenzanbieter Zoom US-Regierung prüft Sicherheitsrisiko durch geplanten Milliardendeal

Der Videokonferenz-Anbieter Zoom will einen Callcenter-Spezialisten übernehmen – doch die Firma steht wegen Verbindungen nach Russland oder China in der Kritik. Jetzt reagiert das US-Justizministerium.
Zoom-Logo

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Foto: Andre M. Chang / dpa

Zoom gehört zu den Gewinnern in der Coronapandemie. Die Homeoffice-Regelungen haben dem Videokonferenzdienst ein riesiges Wachstum gebracht. Nun will Zoom sich mit einer Übernahme der US-Firma Five9 im Callcenter-Geschäft etablieren.

Doch diese Pläne werden nun von der US-Regierung einer intensiven Prüfung unterzogen. Ein spezielles Gremium unter Führung des Justizministeriums untersucht, ob der Deal Risiken für die nationale Sicherheit der USA birgt, wie aus Unterlagen auf der Website der Telekom-Aufsicht FCC hervorgeht.

Die Regierung ging in den veröffentlichten Dokumenten nicht darauf ein, welche Gefahren genau sie vermutet. Zoom selbst hatte im jüngsten Quartalsbericht darauf hingewiesen, dass Five9 Entwickler und Geschäft in Russland habe und der Deal daher politischen Risiken ausgesetzt sein könne.

Das »Wall Street Journal« schrieb unterdessen am Dienstag, Auslöser für die Untersuchung seien Verbindungen von Zoom nach China. Die US-Firma hat ihren Sitz im kalifornischen San José, betreibt aber Entwicklungsaktivitäten in China.

Five9 ist ein Spezialist für in der Cloud betriebene Callcenter. Mit der Übernahme könnte Zoom sein Geschäft über Videokonferenzen hinaus ausbauen. Der Kaufpreis wird auf 14,7 Milliarden Dollar taxiert. Zoom will seine in der Pandemie gestiegenen Aktien als Währung nutzen, um den Deal zu stemmen.

Eine Zoom-Sprecherin sagte dem »Wall Street Journal«, man habe alle erforderlichen Unterlagen bei den zuständigen Behörden eingereicht, und das Verfahren entwickle sich wie erwartet. Zoom gehe weiter davon aus, dass die Übernahme im ersten Halbjahr 2022 abgeschlossen werden könne.

Zoom hatte sich ursprünglich auf Videokonferenzen für Unternehmen konzentriert. In der Pandemie nutzen aber auch Privatpersonen Zoom für alle möglichen Gelegenheiten – von Familientreffen bis hin zu Yogastunden.

Nach Umsatzsprüngen von mehr als 300 Prozent im vergangenen Jahr hat sich das Wachstum normalisiert. Zoom versucht deshalb, den Hype für den Ausbau seines Geschäfts zu nutzen. Der Plan ist unter anderem, neben Videokonferenzen auch die Versorgung mit Telefonie in Firmen zu übernehmen.

mmq/dpa

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