Zu unsicher Millionäre ziehen Vermögen aus Liechtenstein ab

Die größte Bank Liechtensteins kämpft mit einem massiven Kundenschwund: Im vergangenen Jahr haben vermögende Anleger rund 2,5 Milliarden Euro abgezogen. Hintergrund ist vermutlich die Diskussion um das Bankgeheimnis - Steuerhinterzieher fühlen sich in dem Land offenbar nicht mehr sicher.
Liechtensteiner LGT-Bank: Wegen deutschen Steuerhinterziehern in der Kritik

Liechtensteiner LGT-Bank: Wegen deutschen Steuerhinterziehern in der Kritik

Foto: DDP

Zürich - Erst wird eine CD mit Bankdaten geklaut, dann bricht eine Diskussion um das Bankgeheimnis aus: Bei vermögenden Anlegern ist Liechtenstein in Verruf geraten. Das drückt sich jetzt auch in nackten Zahlen aus: Die gebeutelte Liechtensteiner Vermögensverwaltungsbank LGT musste im vergangenen Jahr einen massiven Mittelabfluss verbuchen.

Reiche Kunden zogen netto 3,7 Milliarden Franken ab (rund 2,5 Milliarden Euro). Zum Vergleich: Im Jahr 2008 hatte sich der Abfluss auf lediglich 1,3 Milliarden Franken belaufen (0,9 Milliarden Euro).

Die LGT ist die größte Bank Liechtensteins. Sie befindet sich in Besitz des Fürstenhauses. Im vergangenen Jahr geriet das Institut im Zusammenhang mit der Affäre um deutsche Steuerhinterzieher massiv in die Kritik.

Die Diskussion darüber ist vermutlich der Grund für den Mittelabfluss. Vermögende Anleger fürchten offenbar, dass Liechtenstein sein Bankgeheimnis aufweichen könnte. Für Steuerhinterzieher ist der Standort Liechtenstein damit nicht mehr attraktiv.

Insgesamt erhöhten sich die verwalteten Vermögen der LGT zwar um 14 Prozent auf 89 Milliarden Franken (61 Milliarden Euro). Dabei schlugen allerdings die von der Dresdner Bank in der Schweiz am 1. Dezember 2009 übernommenen Vermögen mit 8,2 Milliarden und Markteffekte mit 6,5 Milliarden Franken zu Buche. Unter dem Strich sank der Konzerngewinn der LGT um 35 Prozent auf 106 Millionen Franken (73 Millionen Euro).

wal/Reuters