Zu viel billiges Geld Allianz-Chef warnt vor der nächsten Finanzblase

Allianz-Chef Michael Diekmann fürchtet neue Turbulenzen an den Finanzmärkten: Am Markt sei zu viel billiges Geld vorhanden - das verleite zu hohen Risiken. Auch die "Boni-Exzesse" kritisierte er als "unerträglich".

Allianz-Chef Diekmann: Antrittsprämien von hundert Millionen Dollar "völlig überzogen"
ddp

Allianz-Chef Diekmann: Antrittsprämien von hundert Millionen Dollar "völlig überzogen"


München - Es sind deutliche Worte, mit denen der Allianz Chart zeigen-Chef seine Bankkollegen kritisiert: "Wir finanzieren gerade die nächste Finanzblase", sagte Michael Diekmann der "Süddeutschen Zeitung" und warnte vor neuen Turbulenzen an den Finanzmärkten. Am Markt sei sehr viel billiges Geld vorhanden, das die Investoren dazu verleite, hohe Risiken einzugehen.

Es seien vor allem die Banken, die die Gelegenheit nutzten, um mit diesem Kapital Eigenhandel zu betreiben, der letzten Endes keinen Wert schaffe. Diekmann forderte die Banken auf, mehr Risiken im Kundengeschäft einzugehen. Er spielte damit auf das Problem an, dass es derzeit für viele Unternehmen schwer ist, an Kredite zu kommen.

Kritik übte der Allianz-Vorstandsvorsitzende auch an den nach wie vor hohen Gehaltszulagen für Bankmanager. "Diese Boni-Exzesse sind unerträglich", sagte Diekmann. Sie seien jedoch nur schwer in den Griff zu bekommen, wenn nicht auch rigoros andere Finanzfirmen wie Hedgefonds kontrolliert würden. Völlig überzogen ist es nach seiner Ansicht, wenn in Amerika mancher Banker hundert Millionen Dollar Antrittsprämie erhalte. In Deutschland sei dies allerdings nicht der Fall, betonte er. Diekmann selbst verdiente im vergangenen Jahr 3,8 Millionen Euro brutto.

sam/ddp



insgesamt 7274 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
jinky, 08.07.2009
1.
Zitat von sysopWeltweit kehren die Banken zum gewohnten Geschäft zurück - als hätte es die Finanzkrise nie gegeben. Müssen Wall Street und Londoner City umsteuern oder ist ist die Chance der Branche vertan, der Gier Grenzen zu setzen?
Sie hätten umsteuern müssen bzw. man hätte sie zu einem Umsteuern zwingen müssen.
Pinarello, 08.07.2009
2.
Zitat von sysopWeltweit kehren die Banken zum gewohnten Geschäft zurück - als hätte es die Finanzkrise nie gegeben. Müssen Wall Street und Londoner City umsteuern oder ist ist die Chance der Branche vertan, der Gier Grenzen zu setzen?
Warum sollten diese Gangster umsteuern? Jetzt gibt es doch unbegrenzten Kredit vom Staat der auch noch gleich die Verluste übernimmt! Also dann, warten halt bis zur nächsten Krise, die natürlich weit weit schlimmer werden wird, aber warum sollten denn die Politiker ausgerechnet gegen die Leute was unternehmen, von denen sie bezahlt werden und von denen sie ihre Befehle empfangen, hat doch dieses Mal ausgezeichent geklappt, die Folgen dieses Finanzverbrechens dem arbeitenden Bürger und Steuerzahler in die Schuhe zuschieben, genau so stellt sich die Finanzelite doch die Weltherrschaft vor.
schensu 08.07.2009
3.
Zitat von sysopWeltweit kehren die Banken zum gewohnten Geschäft zurück - als hätte es die Finanzkrise nie gegeben. Müssen Wall Street und Londoner City umsteuern oder ist ist die Chance der Branche vertan, der Gier Grenzen zu setzen?
Pah, als ob da unsere Meinung zählte! Das Ganze ist ein Selbstläufer, abgehoben von bekannten Realitäten zum Nutzen Weniger und ggf. Schaden Vieler. Ich brauch die jedenfalls mal gar nich.
Schelm-77 08.07.2009
4. Die Banken kehren zum gewohnten Geschäft zurück...
Am effektivsten läßt sich die Geldgier der Banker stoppen indem man sie einfach weitermachen läßt. Der nächste Crash wird einen frischen Wind durch die meist hohlen Köpfe der Finanzgenies pusten. Einen neuen weltweiten Rettungsfonds wird es dann mit Sicherheit auch nicht mehr geben. Der normalen Anleger sollte sein Geld allerdings vorher in Sicherheit bringen und in Edelmetalle, Edelsteine oder Immonbilien investieren. Im Zweifelsfalls tut es übergangsweise auch der bewährte Sparstrumpf. Den Banken geht es in erster Linie um ihr eigenes Wohl, dementsprechend sollte auch jeder Bürger erst einmal an sich selbst denken und ein erhöhtes Mißtrauen in Sachen Finanzwirtschaft aufbauen.
THM, 08.07.2009
5.
Zitat von sysopWeltweit kehren die Banken zum gewohnten Geschäft zurück - als hätte es die Finanzkrise nie gegeben. Müssen Wall Street und Londoner City umsteuern oder ist ist die Chance der Branche vertan, der Gier Grenzen zu setzen?
Noch erstaunlicher als die Unfähigkeit dieser Branche ist deren dreiste Gier.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.