Zu wenig Arbeit Singapore schickt Piloten in Langzeiturlaub

Singapore Airlines hat zu viele Piloten und bietet denen jetzt an, bis zu zwei Jahre Auszeit zu nehmen. Der Urlaub ist unbezahlt, dafür dürfen die Angestellten bei der Konkurrenz anheuern.
Airbus A380 von Singapore Airlines: Wachstumsprobleme

Airbus A380 von Singapore Airlines: Wachstumsprobleme

Foto: LUIS ENRIQUE ASCUI/ REUTERS

Singapur - Singapore Airlines ist eine der größten Fluggesellschaften weltweit und gilt gleichzeitig als eine der profitabelsten. Damit das auch so bleibt, will das Unternehmen seine Kosten wenigstens kurzzeitig senken - und seine Piloten in den unbezahlten Urlaub schicken. Das Angebot richtet sich an mehr als Tausend Junior-Piloten, die sich zwischen einer Woche und zwei Jahren freistellen lassen können. Der Clou: Sie dürfen währenddessen für andere Airlines arbeiten.

Hohe Kerosinpreise und die schwache Weltwirtschaft haben das Wachstum von Singapore Airlines in den vergangenen Jahren verlangsamt. Flugreisen waren in den Jahren der Finanzkrise weltweit zurückgegangen, die Gesellschaft hat deshalb derzeit mehr Piloten, als sie braucht. Entlassungen solle es allerdings nicht geben, sagte ein Singapore-Sprecher: "Wir betrachten den Pilotenüberschuss als vorübergehendes Problem."

Es dauere ungefähr drei Jahre, bis ein Auszubildender bis zum Co-Pilot aufsteige, sagte der Sprecher. Deshalb werde Singapore Airlines auch in der Krise Piloten ausbilden.

Zwar gehört Singapore Airlines nach Börsenwert zu den größten Airlines der Welt, im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs waren die Nettogewinne allerdings um mehr als die Hälfte eingebrochen. Die Fluggesellschaft reduzierte deshalb ihre Fracht-Kapazitäten um ein Fünftel und erhöhte den Kerosinzuschlag.

Im Juni will Singapore Airlines seine neue Langstrecken-Billigfluglinie Scoot starten. Sie soll vom Heimatflughafen Singapur aus zunächst Ziele in China und Australien anfliegen, später sollen Flugverbindungen nach Europa hinzukommen. Singapore Airlines ist bereits Eigentümer der SilkAir, die populäre Ferienziele in Asien bedient. Außerdem besitzt das Unternehmen ein Drittel von Tiger Airways, einer Kurzstrecken-Billigfluglinie.

nck/dpa/AP
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