Tödliche Unfälle Frau verklagt GM auf 350 Millionen Dollar Schadensersatz

Der Druck auf General Motors wegen Problemen mit fehlerhaften Zündschlössern steigt: In Kalifornien verklagte eine Frau den Konzern auf mindestens 350 Millionen Dollar Schadensersatz. Der Vorwurf: GM wisse schon seit 2001 von den Problemen und hätte Todesopfer verhindern können.
Chevrolet Cobalt: Zündschlüssel kann plötzlich auf "Aus" springen

Chevrolet Cobalt: Zündschlüssel kann plötzlich auf "Aus" springen

Foto: Kamil Krzaczynski/ dpa

New York - Gerade hat Toyota in den USA klein beigegeben und einer Strafe von 1,2 Milliarden Dollar zugestimmt, jetzt steht General Motors vor Gericht: In Kalifornien verklagte eine Frau den Autokonzern nach Angaben ihres Anwalts auf mindestens 350 Millionen Dollar Schadensersatz. Sie wirft der Opel-Mutter vor, von den Problemen mit fehlerhaften Zündschlössern bereits 2001 gewusst zu haben und trotzdem noch Jahre danach Fahrzeuge mit dem Defekt hergestellt und vermarktet zu haben. Selbst nach der Insolvenz im Juli 2009 habe der Autobauer diese Praxis beibehalten. Daher könne er auch haftbar gemacht werden.

Ein GM-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu der Klage ab. Der Konzern hatte im Februar 1,6 Millionen Fahrzeuge aus den Jahren 2003 bis 2007 zurückgerufen, bei denen der Zündschlüssel während der Fahrt in die "Aus"-Position zurückspringen kann. Bei ausgeschalteter Zündung funktionieren in der Regel weder Bremskraftverstärker, noch Servolenkung oder Airbags. GM-Ingenieure hatten bereits vor 13 Jahren erstmals fehlerhafte Zündungen registriert. Seitdem sind dadurch nach Angaben des Unternehmens bei Unfällen mindestens zwölf Menschen gestorben. Verbraucherschützer gehen aber sogar von mehr als 300 Todesopfern aus.

GM ist heute formell eine andere Gesellschaft als jene, die 2009 den Konkursantrag stellte. Das sogenannte neue GM ist gemäß der Bedingungen, die beim Verlassen der Insolvenz getroffen wurden, eigentlich nicht verantwortlich für rechtlich erhobene Ansprüche, die sich auf Vorfälle vor Juli 2009 beziehen. Nach Ansicht der Klägerin gilt dies aber im Fall der fehlerhaften Zündungen nicht, da GM auch danach noch in der Angelegenheit "betrügerisch und unfair" gehandelt habe.

nck/Reuters