Am Zürcher Paradeplatz Credit Suisse will Nobelhotel Savoy verkaufen

An den Finanzmärkten sind die Aktien der Credit Suisse binnen weniger Tage eingebrochen. Nun bietet die Bank ein Luxushotel im Zentrum von Zürich zum Verkauf an. Trennt sie sich von ihrem Tafelsilber?
Das Savoy am Paradeplatz: Teuerste Adresse in der Schweiz

Das Savoy am Paradeplatz: Teuerste Adresse in der Schweiz

Foto: Ulysses / agefotostock / IMAGO

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat die krisengeplagte Credit Suisse bereits im Visier. »Wir beobachten die Situation«, sagte SNB-Direktoriumsmitglied Andrea Maechler am Mittwoch. Nun wird bekannt, dass die Schweizer Großbank sich von ihrem Nobelhotel Savoy im Zentrum von Zürich trennen will.

»Die Credit Suisse überprüft ihr Immobilienportfolio im Rahmen ihrer globalen Immobilienstrategie auf einer regelmäßigen Basis«, sagte eine Sprecherin der Credit Suisse. »Die Bank hat sich dabei entschieden, ein Verkaufsverfahren für das Hotel Savoy einzuleiten.«

Das 1838 gegründete Traditionshaus Savoy Hotel Baur en Ville liegt am Paradeplatz, dem Zentrum des Schweizer Finanzplatzes. Es ist die teuerste Adresse der Schweiz. Dem Sender SRF zufolge  soll das Objekt rund 400 Millionen Franken (rund 411 Millionen Euro) wert sein. Am Paradeplatz haben auch die Credit Suisse – und der Großbankkonkurrent UBS ihren Sitz. Das Hotel wird derzeit renoviert und künftig von der Mandarin-Oriental-Gruppe betrieben.

Angebot an Hotelmilliardär Bechtolsheimer?

Die genauen Hintergründe des Verkaufs sind unklar. Allerdings hatten in den sozialen Medien gestreute Zweifel an der Stabilität der Credit Suisse  die Aktien des Instituts am Montag auf ein Allzeittief gedrückt – und die Kreditausfall-Versicherungen hochschießen lassen.

Laut Finanzportal »Inside Paradeplatz «, das als erstes über den geplanten Verkauf berichtete, soll das Savoy dem Hotelmilliardär Götz Bechtolsheimer zum Kauf angeboten worden sein. Eine Bestätigung für das Vorliegen des Angebots an den Enkel des deutsch-schweizerischen Unternehmers Karl-Heinz Kipp gibt es bislang nicht.

Analysten sehen gegenwärtig zwar keine Gefahr, dass die Bank in Schieflage gerät. Dennoch rechnen mehrere Experten damit, dass Credit Suisse die Bilanz aufpolstern dürfte, unter anderem um den erwarteten Ausstieg aus Teilen des Investmentbankings finanzieren zu können.

Andrea Maechler aus dem SNB-Direktorium sagte am Mittwoch zur Lage der Credit Suisse: »Sie arbeiten an einer Strategie, die Ende Oktober veröffentlicht werden soll.«

apr/Reuters
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