Zunahme von Billigjobs Jedem zehnten Erwachsenen droht die Pleite

Schlechte Aussichten für Verbraucher: Jeder zehnte Erwachsene könnte in diesem Jahr nach Schätzungen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform in die Zahlungsunfähigkeit rutschen. Grund sei vor allem die Zunahme von Niedriglohnjobs.
Mann mit leeren Taschen (Symbolfoto): Weniger Firmenpleiten

Mann mit leeren Taschen (Symbolfoto): Weniger Firmenpleiten

Foto: Tagesspiegel Mike Wolff/ picture-alliance/ dpa/dpaweb

Insolvenz

Wiesbaden - Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Zahl der Erwerbstätigen ist auf einem Rekordniveau - und trotzdem stehen immer mehr Deutsche vor der Überschuldung. Im November 2010 mussten rund 9700 Verbraucher anmelden. Das sind neun Prozent mehr als im Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. In den ersten elf Monaten waren damit mehr als 100.000 Verbraucher überschuldet.

Obwohl immer Menschen in Arbeit sind, befürchtet die Wirtschaftsauskunft Creditreform, dass die Zahl der Verbraucherinsolvenzen 2011 hoch bleibt. Jeder zehnte Erwachsene ist bereits heute nicht in der Lage, seine Verbindlichkeiten über seine regelmäßigen Einkünfte zu bezahlen - und droht, in die Pleite abzurutschen. Schuld daran sind vor allem Minijobs und Niedriglöhne.

Die Zahl der Firmenpleiten ist dagegen dank des Aufschwungs rückläufig. Im November erklärten sich 2498 Unternehmen für zahlungsunfähig - 1,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Insgesamt wurden von Januar bis November 29.464 Insolvenzen von Unternehmen angemeldet. Das waren gut zwei Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Der Verband der Insolvenzverwalter Deutschlands (VID) hofft, dass die Zahl der insolventen Unternehmen in diesem Jahr unter 29.000 fällt. Allerdings warnte der VID davor, das Ende der Wirtschaftskrise zu erklären: Ein großer Unsicherheitsfaktor für viele produzierende Unternehmen seien die derzeit stark schwankenden Rohstoffpreise. Auch in der Automobilindustrie seien aufgrund des steigenden Preisdrucks seitens der Automobilhersteller weitere Insolvenzen nicht auszuschließen.

tat/dpa-afx/dapd/Reuters
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