Zweifel am Aufschwung Zentralbank erwartet Abkühlung der Konjunktur 

"Sehr genau" beobachtet die Europäische Zentralbank die Preisentwicklung in der Euro-Zone: Für Experten ist das ein Zeichen, dass die Zinsen bald weiter steigen dürften. Im Kampf gegen die Schuldenkrise kaufte die EZB erstmals wieder Staatsanleihen auf.

Jean-Claude Trichet: Der EZB-Chef sieht die Teuerungsrate "klar über zwei Prozent"
REUTERS

Jean-Claude Trichet: Der EZB-Chef sieht die Teuerungsrate "klar über zwei Prozent"


Frankfurt/Main - Noch will die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins bei 1,5 Prozent belassen - doch eine weitere Erhöhung in diesem Jahr ist nicht vom Tisch. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet warnte am Donnerstag vor weiter steigenden Preisen in der Euro-Zone: "Wir beobachten alle Entwicklungen hinsichtlich der Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität weiter sehr genau."

Volkswirte hatten vor der Pressekonferenz gesagt, eine erneute Verwendung der Worte "sehr genau" würde eine weitere Zinsanhebung noch in diesem Jahr signalisieren. Dafür sprechen auch die hohen Inflationsraten.

Trotzdem stellt sich die EZB auf eine leichte Konjunkturabkühlung in der Euro-Zone ein. Trichet sagte , die jüngsten Daten zeigten eine gewisse Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in den vergangenen Monaten. "Nun wird mit einer maßvollen Expansion gerechnet", ergänzte Trichet. Er betonte zugleich, die Unsicherheit sei derzeit hoch. Die Risiken für die Konjunkturentwicklung hätten sich möglicherweise erhöht.

Im Kampf gegen die Schuldenkrise kaufte die EZB zum ersten Mal seit vier Monaten wieder Anleihen der Krisenstaaten auf. Der EZB-Rat habe sich "mit überwältigender Mehrheit" für diese Maßnahme ausgesprochen, sagte Trichet. Die EZB hatte sich im Frühjahr 2010 nach langem Zögern zum Kauf von Staatsanleihen bereit erklärt, um die griechische Schuldenkrise einzudämmen. In den vergangenen Monaten hatte sie aber keine öffentlichen Schuldtitel mehr gekauft.

Wegen der aktuellen Spannungen an den Finanzmärkten kündigte Trichet ein zusätzliches Refinanzierungsangebot für die Geschäftsbanken an. Die EZB werde Banken am 9. August für einen Zeitraum von sechs Monaten zu günstigen Konditionen Geld leihen. Zudem verlängerte die Zentralbank die Möglichkeit für die Finanzinstitute, unbegrenzte Kredite für drei Monate aufzunehmen.

kra/Reuters/dpa-AFX/AFP



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mitwisser, 04.08.2011
1. eine Abkühlung, na so was..
Zitat von sysop"Sehr genau" beobachtet die Europäische Zentralbank die Preisentwicklung in der Euro-Zone: Für Experten ist das ein Zeichen, dass die Zinsen bald weiter steigen dürften.*Im Kampf gegen die Schuldenkrise kaufte die EZB erstmals wieder Staatsanleihen auf. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,778416,00.html
soso, neue Staatsanleihen werden gekauft, die sonst keiner haben will, aber gut, dass man das Preisniveau sehr genau beobachtet (was man ja selbst anheizt)... Wie doof darf man eigentlich sein? Oder muss man kriminell sagen? Ja, muss man wohl, denn es war der EZB verboten, Staatsanleihen zu kaufen. Aus gutem Grund! Jetzt wird der Schmerz nur heftiger..
Roßtäuscher 04.08.2011
2. Dann war es wohl nix mit dem konjunkturellen Sonnenschein
Zitat von sysop"Sehr genau" beobachtet die Europäische Zentralbank die Preisentwicklung in der Euro-Zone: Für Experten ist das ein Zeichen, dass die Zinsen bald weiter steigen dürften.*Im Kampf gegen die Schuldenkrise kaufte die EZB erstmals wieder Staatsanleihen auf. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,778416,00.html
Den sich Frau Merkel ganz gerne auf die Fahne ihrer erfolgreichen Scheinpolitik geschrieben hätte. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Der Rettungsschirm für die Schuldenstaaten in der €-Zone ist löcherig, empfindet EU-Präsident Barroso - versteht er denn davon etwas? Denken wir besser nicht an 2013 welche Versagerpartei wir eventuell wählen könnten. Retten wir bessere unsere Haut, die die Kanzlerin zu Markte getragen hat und billigst verscherbelt.
idealist100 04.08.2011
3. ´Herr lass
Zitat von sysop"Sehr genau" beobachtet die Europäische Zentralbank die Preisentwicklung in der Euro-Zone: Für Experten ist das ein Zeichen, dass die Zinsen bald weiter steigen dürften.*Im Kampf gegen die Schuldenkrise kaufte die EZB erstmals wieder Staatsanleihen auf. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,778416,00.html
Die EZB werde Banken am 9. August für eine Zeitraum von sechs Monaten zu günstigen Konditionen Geld leihen. Herr lass Hirn regnen. Die EZB gibt den Banken für 1,25% Geld, damit die das den Staaten zur Finanzierung ihrer Schulden und Zinsen zu 5% leihen. Und wenn das schief geht und die Zinsen werden zu hoch kauft die EZB die Staatspleiteschätzchen den Banken zu 5% oder höher wieder ab um denen anschließend wieder zu 1,25% Geld zu geben. Spinne ich oder sind hier Leute krank kränker geht es wohl nicht mehr.
c++ 04.08.2011
4. .
Angesichts der 11 Mrd Eigenkapital und des hohen Bestandes an Schrottanleihen ist die EZB im Prinzip pleite. Da werden die Steuerzahler vermutlich viele Milliarden an neuem Eigenkapital bereitstellen müssen.
mitwisser, 04.08.2011
5. Merkel hat uns aber Einnahmen versprochen... :-(
Zitat von c++Angesichts der 11 Mrd Eigenkapital und des hohen Bestandes an Schrottanleihen ist die EZB im Prinzip pleite. Da werden die Steuerzahler vermutlich viele Milliarden an neuem Eigenkapital bereitstellen müssen.
defacto zahlen wir mit jedem Aufkauf weitere 27 %, von denen wir - laut Merkel und Schäuble - ja immer mehr einnehmen werden und somit ein gutes Geschäft sind. Nur für wen? Für die Erika oder den Joe oder für die Bilderberger? Man weiss es nicht. Nur eins weiss ich. Meine Prognosen bzgl. Weimar und Systemkollaps sind perfekt. Die 6500 diese Woche habe ich am Freitag auch schon gesehen. Jetzt waren wir schon unzer 6400. das sind politische und finanzwirtschaftliche Auflösungserscheinungen. Leider! Von Wohlstand und Demokratie können wir uns wohl nun ganz verabschieden.
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