Unternehmensgewinne Steinbrück fordert Arbeitsplätze statt Dividenden

Unternehmen sollten ihre Gewinne in diesem Jahr in den Erhalt von Arbeitsplätzen investieren und nicht als Dividenden ausschütten - das fordert Bundesfinanzminister Steinbrück. Es gehe jetzt in erster Linie um die Erhaltung ganzer Unternehmen und nicht um die Befriedigung der Aktionäre.


Berlin - Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat die deutschen Unternehmen aufgefordert, in diesem Jahr auf Dividendenzahlungen zu verzichten. Mögliche Gewinne sollten stattdessen in den Erhalt von Arbeitsplätzen investiert werden.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD): Verzicht auf Dividenzahlungen gefordert
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Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD): Verzicht auf Dividenzahlungen gefordert

Steinbrück sagte der der "Bild am Sonntag": "Unternehmen haben in dieser Krise eine besondere Verantwortung gegenüber ihren Beschäftigten. Sie sollten - wenn sie 2009 überhaupt Gewinne machen - diese nicht als Dividenden ausschütten, sondern in erster Linie nutzen, um ihre Unternehmen zu stabilisieren."

Allein die 30 DAX-Unternehmen werden dem Bericht zufolge nach aktuellen Berechnungen in diesem Jahr voraussichtlich mehr als 20 Milliarden Euro an Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten. Steinbrück sagte, es gehe jetzt darum, in erster Linie Arbeitsplätze und ganze Unternehmen zu erhalten und nicht Aktionäre zu befriedigen.

Ähnlich hatte sich bereits SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier vor zwei Wochen geäußert. Angesichts der Wirtschaftskrise hatte er die Unternehmen aufgefordert, keine oder zumindest geringere Dividenden an ihre Eigentümer auszuschütten. Stattdessen sollten Gewinne in Rücklagen fließen, die der Sicherung der Arbeitsplätze zugutekommen. Es könne "nicht sein, dass Unternehmen beim Staat um Hilfe rufen und gleichzeitig Millionen an ihre Aktionäre zahlen", hatte er damals dem "Tagesspiegel am Sonntag" gesagt.

sac/dpa



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