Untersagte Werbung
Moskau verbietet, am Weihnachtsmann zu zweifeln
Fürsorglicher Staat: Die russische Regierung hat einer Elektronikkette verboten, ihre Werbespots auszustrahlen. Diese hatten die Existenz von Väterchen Frost verneint - und damit Eltern und Kinder angeblich in Gewissenskonflikte gebracht.
Moskau - In der Fernsehwerbung der Elektronikkette Eto heißt es in Anspielung auf den russischen Weihnachtsmann, "dass Väterchen Frost nicht existiert". Dies diskreditiere alle Eltern, befand die zuständige Regierungskommission - und verbot die Werbung kurzerhand. Das berichtete die Tageszeitung "Rossiskaja Gasjeta".
"Die Werbung sagt, dass Eltern ihren Kindern nicht die Wahrheit sagen, wenn sie ihnen erzählen, dass Väterchen Frost existiert", sagte Kommissions-Vize Andrej Kaschewarow. "Dadurch bringt die Werbung negative Spannungen zwischen Kinder und ihre Eltern."
Laut russischem Recht ist Werbung unter anderem dann verboten, wenn sie "Eltern oder Lehrer diskreditiert und das Vertrauen von Kindern in sie untergräbt". Eto verteidigte seine Werbung damit, dass diese sich an erwachsene Menschen richte und nicht an Kinder.