Untreueverdacht Staatsanwalt ermittelt gegen Bundesbank-Vorstand Sarrazin

Thilo Sarrazin hat Ärger mit der Justiz: Die Staatsanwaltschaft Berlin leitete gegen den Bundesbank-Vorstand jetzt ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Untreue ein. Als Finanzsenator in Berlin soll Sarrazin bei einem Golfclub auf den sonst üblichen Pachtzins verzichtet haben.

Bundesbank-Vorstand Sarrazin: Golf-Club-Affäre belastet den ehemaligen Finanzsenator
ddp

Bundesbank-Vorstand Sarrazin: Golf-Club-Affäre belastet den ehemaligen Finanzsenator


Berlin/Frankfurt am Main - Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin holt in diesen Tagen seine politische Vergangenheit ein. Gegen den Ex-Finanzsenator Berlins wird wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Bei dem Verfahren geht es um einen Pachtvertrag, den der Berliner Senat im vorigen Jahr mit einem Golfclub abgeschlossen hat. "Es sind zwei private Strafanzeigen eingegangen. Wir überprüfen den Anfangsverdacht im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens auf Stichhaltigkeit", sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft am Freitag. Dabei würden auch Erkenntnisse der Finanzverwaltung einfließen.

Die oppositionelle CDU im Berliner Senat wirft Sarrazin vor, als Finanzsenator einen zu niedrigen Pachtzins für das landeseigene Grundstück in dem noblen Villenvorort Wannsee angesetzt zu haben. Dadurch sei dem Land Berlin ein Vermögen entgangen.

Beim Tatbestand der Untreue muss ein Schädigungsvorsatz vorliegen, der nach Einschätzung von Justizexperten jedoch schwer zu greifen ist. Wie lange sich das Ermittlungsverfahren hinziehen wird, ist laut Staatsanwaltschaft daher noch unklar. Die Bundesbank in Frankfurt am Main wollte den Vorgang nicht kommentieren.

Sarrazin wechselte im Mai von der Politik in die Chefetage der Bundesbank. Dort ist er für die Bereiche Bargeld, Informationstechnologie und Risiko-Controlling zuständig. Der SPD-Politiker Sarrazin hatte in seiner Zeit als Finanzsenator Berlins einen eisernen Sparkurs verfolgt. Auch sorgte er immer wieder mit markanten Sprüchen für Schlagzeilen.

yes/Reuters/dpa



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