Urteil Katjes darf mit Aufdruck "ohne Fett" werben

Der Emmericher Süßwarenhersteller Katjes darf für seine Fruchtgummis weiterhin mit dem Aufdruck "ohne Fett" werben. Das entschied die Kammer für Handelssachen am Landgericht Kleve am Freitag.

Kleve - Ein Erwachsener müsse 20 Kilogramm der mit dem Aufdruck versehenen Yoghurt-Gums (Fettanteil. 0,4 Prozent) essen, um seinen täglichen Fettbedarf von 80 Gramm zu decken, befand das Gericht. Zudem wisse der durchschnittliche Verbraucher, dass der übermäßige Genuss von Zucker unabhängig vom Fettgehalt zu Übergewicht führe. Die Kammer sah auch Kinder nicht gefährdet, von dem Aufdruck irregeführt zu werden.

Nach Auffassung der Verbraucherschützer ist die Werbebotschaft "ohne Fett" irreführend, weil die von Top-Model Heidi Klum beworbenen Yoghurt-Gums durchaus Übergewicht verursachen könnten. Katjes hatte dagegen argumentiert, dass die Naschereien nach den meisten Diät- Tabellen als kalorienärmere Süßigkeiten einzustufen seien. Zudem sei auf jeder Verpackung eine Nährwerttabelle aufgedruckt. Dass die Drops nicht völlig fettfrei sind, liege an dem Bienenwachs, das als Trennmittel die Süßwaren in der Tüte nicht zusammenkleben lässt und zum Glänzen bringt. Bereits im April hatte Katjes einen Rechtsstreit um seine Yoghurt-Gums gegen den Konkurrenten Haribo gewonnen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen kann in die Berufung gehen.