Urteil Schadensersatz für Lehman-Anleger

Sieg gegen die Hamburger Sparkasse: Ein Gericht hat einem Käufer von Lehman-Zertifikaten 10.000 Euro zugesprochen. Das Kreditinstitut habe den Anleger falsch beraten.


Hamburg - Spätes Glück für einen Anleger: Das Hamburger Landgericht hat einem Käufer von Zertifikaten der insolventen US-Investmentbank Lehman Brothers Recht gegeben. Begründung: Die Hamburger Sparkasse (Haspa) habe ihren Kunden beim Verkauf der Lehman-Papiere im Jahr 2006 in zwei Punkten falsch beraten. Das erklärte der Vorsitzende Richter der zuständigen Zivilkammer am Dienstag.

Haspa-Kläger Bernd Krupsky: "Ich bin glücklich und gleichzeitig ein bisschen überrascht"
dpa

Haspa-Kläger Bernd Krupsky: "Ich bin glücklich und gleichzeitig ein bisschen überrascht"

Die Bank habe den Kläger nicht darauf hingewiesen, dass die von ihm gekauften Anleihen nicht der deutschen Einlagensicherung unterlagen, heißt es im Urteil. Zudem habe sie verschwiegen, selbst ein "wirtschaftliches Eigeninteresse" an dem Geschäft zu haben. So habe die Haspa damals eine größere Menge Lehman-Zertifikate gekauft, um sie teuer an Kunden weiterzuveräußern. Der Beleg dafür: Andernfalls hätte sie die überschüssigen Zertifikate gegen einen Abschlag an Lehman zurückgeben müssen. "Diese Interessenlage begründet in besonderer Weise eine Aufklärungspflicht", betonte der Richter.

Für die Haspa ist das Urteil vom Dienstag kostspielig: Die Sparkasse muss nun Schadensersatz in voller Höhe zahlen - insgesamt 10.000 Euro. Diese Summe hatte der Kläger im Jahr 2006 in Lehman-Papiere investiert.

Der Kläger Bernd Krupsky und sein Anwalt begrüßten das Urteil: "Ich bin glücklich und gleichzeitig ein bisschen überrascht", sagte der 64-jährige pensionierte Lehrer. Der Anwalt der Haspa wollte das Urteil zunächst nicht kommentieren.

yes/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.