Coronakrise USA melden höchste Arbeitslosenquote seit Großer Depression

In den USA haben infolge der Coronakrise so viele Menschen ihre Jobs verloren wie seit Jahrzehnten nicht. Die Arbeitslosenquote ist auf 14,7 Prozent gestiegen.
Menschen warten im April vor einem Arbeitsamt in Salt Lake City, USA

Menschen warten im April vor einem Arbeitsamt in Salt Lake City, USA

Foto: Rick Bowmer/ DPA

In den USA ist die Arbeitslosigkeit inmitten der Coronakrise extrem angestiegen. Die Arbeitslosenquote sprang im April auf 14,7 Prozent, teilte das US-Arbeitsministerium in Washington mit. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen nach dem Zweiten Weltkrieg.

Analysten hatten im Mittel einen noch stärkeren Sprung auf 16 Prozent erwartet. Einen Monat zuvor hatte die Arbeitslosenquote noch bei 4,4 Prozent gelegen.

Wegen der Coronakrise haben seit März bereits mehr als 33 Millionen Menschen erstmals Arbeitslosenhilfe beantragt. Die Arbeitslosenquote für April erfasst wegen einer verzögerten Datenerhebung nur die Lage bis Mitte des Monats. Die Quote dürfte daher wohl noch nicht das ganze Ausmaß der Jobkrise widerspiegeln.

In der US-Geschichte gab es nur während der Weltwirtschaftskrise in den Zwanziger- und Dreißigerjahren eine höhere Arbeitslosenquote. Damals erreichte die Quote Schätzungen zufolge rund 25 Prozent.

Höherer Stellenabbau in Februar und März

Außerhalb der Landwirtschaft seien 20,5 Millionen Stellen verloren gegangen, teilte das Arbeitsministerium weiter mit. Dies ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1939. Analysten hatten im Mittel mit einem Rückgang um 22 Millionen gerechnet.

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Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Der Stellenabbau in den beiden Vormonaten ist dabei noch größer ausgefallen als bisher bekannt. Demnach sind im März und Februar insgesamt 214.000 Stellen mehr abgebaut worden als bisher ausgewiesen.

Trump pocht auf Lockerungen

Seit Anfang des Monats haben viele Bundesstaaten damit begonnen, die Corona-Vorschriften wieder langsam zu lockern - obwohl die Pandemie vielerorts noch längst nicht unter Kontrolle scheint. US-Präsident Donald Trumps Regierung hofft daher darauf, dass sich Arbeitsmarkt und Wirtschaft ab dem dritten Quartal wieder rasant erholen werden.

Bis Februar hatte die US-Konjunktur noch stark zugelegt, an der Börse wurden Höchststände gemeldet, und Experten rechneten mit einem Wirtschaftswachstum von gut zwei Prozent. Doch die rasante Ausbreitung des Coronavirus seit Anfang März machte die guten Konjunkturaussichten zunichte. Die USA steuern inzwischen trotz massiver Konjunkturpakete auf eine tiefe Rezession zu.

Das dürfte Trump höchst ungelegen kommen, der sich bei der Wahl im November um eine zweite Amtszeit bewirbt. Der Präsident machte zuletzt Druck, die Corona-Beschränkungen der Bundesstaaten aufzuheben, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Dafür will er auch in Kauf nehmen, dass es weiter Neuinfektionen und Tote geben wird.

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Bisher sind in den USA Forschern der Universität Johns Hopkins zufolge rund 1,26 Millionen Corona-Ansteckungen nachgewiesen worden. Das entspricht etwa jeder dritten bekannten Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 weltweit. Mehr als 75.000 Menschen starben in den USA.

caw/brt/dpa-AFX
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