US-Armee McCann Erickson gewinnt Milliarden-Werbebudget

Es war die lukrativste Marketing-Ausschreibung, die je eine US-Regierung veranstaltet hat. Die renommiertesten PR-Agenturen standen Schlange. Jetzt hat die Armee entschieden. Die Agentur McCann Erickson erhält einen Fünf-Jahres-Vertrag. Budget: 1,35 Milliarden Dollar.


Washington - Die Firma schlug damit den Konkurrenten Leo Burnett aus dem Feld, der bisher die Werbekampagnen für die US-Armee gestaltete. Um den Auftrag hatten sich unter anderem auch Branchenriesen wie Ogilvy & Mather und Grey beworben.

US-Soldaten in Afghanistan: Amerikaner werden kriegsmüde
REUTERS

US-Soldaten in Afghanistan: Amerikaner werden kriegsmüde

McCann Erickson ist künftig unter anderem für Werbespots in Rundfunk und Fernsehen sowie für www.goarmy.com, die US-Army-Werbeseite im Internet, zuständig. Die Agentur soll dass durch den Irak-Krieg ramponierte Image der Militärs wieder aufpolieren.

Der Irak-Krieg habe die alten Armee-Werbesprüche ("Be all that you can be") obsolet gemacht, sagt ein Offizier der Armee. "Nie zuvor in der Geschichte war unsere Freiwilligentruppe derart auf dem Prüfstand." Weitere Gründe der Misere sehen Fachleute in der brummenden US-Konjunktur, die immer bessere Zivilistenjobs biete - und vor allem die wachsende Unlust der Eltern, ihre Kinder im Krieg gegen den Terror verheizen zu lassen.

Um voll funktionsfähig zu sein, hätte die Armee im soeben abgelaufenen Haushaltsjahr 2005 80.000 neue Soldaten anheuern müssen. Nur knapp 73.000 hatten sich zum Dienst verpflichtet - trotz deutlich erhöhter Prämien und der Aussicht auf bezahlten Urlaub - das miserabelste Rekrutierergebnis seit 1979 und das erste Mal in sechs Jahren, dass die Armee ihr Jahressoll verpasste.

Daran hatte auch der bisher schon nicht unbeachtliche PR-Aufwand wenig ändern können. "Dies ist die komplizierteste, vielschichtigste Sache, an der ich je gearbeitet habe", stöhnt Leo DeThorne, der bislang zuständige Art Director von der Agentur Leo Burnett: "Jeden Tag schlägt man die Zeitung auf und sieht eine neue Geschichte, die das Produkt, das man verkaufen will, in ein schlechtes Licht rückt."



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