US-Autokonzern General Motors warnt vor eigener Pleite
New York - Der nur noch dank Staatshilfen überlebende US-Autobauer General Motors (GM) warnt vor dem eigenen Aus: Es bestünden "erhebliche Zweifel", ob das Unternehmen fortgeführt werden könnte, sollte es nicht in der Lage sein, die Verluste zu beschränken und neue Barmittel zu generieren, hieß es im bei der Börsenaufsicht SEC eingereichten Jahresbericht.
GM-Wagen beim Autohändler: Düsterer Blick auf die Branche
Foto: REUTERSEs gebe keine Sicherheit, dass sich die weltweiten Automärkte erholten oder dass es nicht zu einem weiteren deutlichen Abschwung kommen werde, hieß es weiter. Der ehemalige Weltmarktführer hat insgesamt bis zu 30 Milliarden Dollar an Staatskrediten beantragt, um die Krise zu überstehen. Bis zum 31. März muss das Unternehmen Pläne für eine Sanierung vorlegen. Mitte Februar gab es bekannt, dass weltweit 47.000 Stellen gestrichen werden sollen. Der Konzern hatte 2008 einen Verlust von nahezu 31 Milliarden Dollar verbucht.
GM teilte weiter mit, die Gläubiger hätten jetzt eingewilligt, auf eine sofortige Rückzahlung von sechs Milliarden Dollar vorerst zu verzichten, um dem Autokonzern eine Rettung zu ermöglichen. Wegen der Zweifel über den Fortbestand des Konzerns brach der GM-Kurs vorbörslich um 15 Prozent auf 1,87 Dollar ein.
Auch die GM-Tochter Opel kämpft derzeit um ihr Überleben. Die EU-Kommission hat ein Krisentreffen aller Mitgliedsländer vorgeschlagen, in denen GM Standorte betreibt. Das Treffen solle dazu dienen, in der Krise des Konzerns ein koordiniertes Vorgehen der Staaten zu erreichen, sagte Industriekommissar Günter Verheugen vor einem Treffen der für Wettbewerb zuständigen Minister am Donnerstag in Brüssel.
"General Motors redet doch nicht nur mit der deutschen Regierung", sagte Verheugen mit Blick auf eine mögliche Rettung von Opel mit Hilfe der Bundesregierung. GM Europe produziert außer in Deutschland unter anderem in Belgien, Spanien und Polen.
Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der für Deutschland an dem Ministerrat teilnimmt, zeigte sich gegenüber Verheugens Vorschlag zurückhaltend. "Ich bin immer dann für Treffen, wenn man weiß, wohin man letztlich steuern will", sagte Guttenberg. Die Regierungen müssten zunächst eine Vorstellung davon haben, "wo GM Europe oder der Mutterkonzern oder die einzelnen Standorte hinmarschieren". Sowohl Verheugen als auch Guttenberg betonten, dass der amerikanische Konzern noch nicht ausreichend über sein Konzept für eine mögliche Rettung von Opel informiert habe.