US-Börse Wall Street startet mit kräftigem Minus
New York - Der Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers und der Notverkauf des Rivalen Merrill Lynch haben die Anleger an der Wall Street am Montag tief verunsichert. Vor allem Finanztitel verbuchten im Sog der Krise dramatische Verluste.
Börsianer spekulierten darüber, welches Unternehmen als nächstes zusammenbrechen könnte. Für große Beunruhigung sorgten Berichte, der Versicherungsriese AIG habe die US-Notenbank um eine Finanzspritze von 40 Milliarden Dollar gebeten.
Viele Anleger sahen die einzige Hoffnung in einer Zinssenkung der US-Notenbank Fed bei ihrer Sitzung am Dienstag. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel in den ersten Handelsminuten um 2,7 Prozent auf 11.110 Punkte, pendelte sich dann eine Stunde später auf 2,5 Prozent ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank zunächst um 2,2 Prozent auf 2211 Punkte, erholte sich dann aber leicht.
Die verzweifelten Rettungsversuche für die viertgrößte US-Investmentbank Lehman Brothers waren am Wochenende gescheitert. Das 158 Jahre alte Traditionshaus erklärte sich am Montag für zahlungsunfähig. Die Aktien des Instituts büßten vorbörslich noch einmal vier Fünftel ihres Wertes ein, zunächst fand an der New Yorker Börse (Nyse ) noch kein Handel mit den Papieren statt.
Die Aktien des weltweit zweitgrößten Versicherers American International Group (AIG) brachen angesichts der Sorgen über die Finanzlage um 44 Prozent ein. Auch viele andere Finanztitel verbuchten zweistellige Verluste, die Titel von Washington Mutual fielen um 14 Prozent. Citigroup fiel um gut sieben Prozent, obwohl das Institut angesichts der turbulenten Finanzmärkte noch einmal seine gute Ausstattung mit Kernkapital betonte.
Zu den größten Gewinnern gehörten dagegen die Titel von Merrill Lynch. Die Verkaufsvereinbarung mit der Bank of America bescherten den Aktien einen Freudensprung von 24 Prozent. Die Anleger der Bank of America waren weniger glücklich über die Vereinbarung, die Aktien gaben zwölf Prozent ab.
kaz/Reuters/AP