US-Börsen Erneut Verluste an der Wall Street

Die Sorge um eine Verzögerung des Rettungspakets für die Banken hat erneut für einen Abschwung an der Wall Street gesorgt: Vor allem Finanz- und Rohstoffwerte erlitten an den US-Börsen Verluste. Auch der Mischkonzern General Electric musste Kurseinbußen hinnehmen.


New York - Der US-Aktienmarkt hat am Dienstag erneut deutliche Einbußen erlitten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,5 Prozent tiefer bei 10.854 Punkten. Im Tagesverlauf pendelte er zwischen 10.833 und 11.143 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 1,6 Prozent auf 1188 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbuchte ein Minus von 1,2 Prozent bei 2153 Punkten.

Investoren befürchteten ein Tauziehen um die Einzelheiten des geplanten Hilfspakets der US-Regierung für den Finanzsektor. Unter der Leitung von Finanzminister Henry Paulson arbeiten Regierung, Notenbank und Kongress derzeit intensiv an einem Rettungspaket, mit dem faule Kredite aus den Büchern der Finanzinvestitionen getilgt werden sollen. Notenbank-Chef Ben Bernanke rief den Kongress dazu auf, das geplante Hilfspaket über 700 Milliarden Dollar rasch voranzutreiben, um "sehr ernsthafte Folgen" für die Wirtschaft zu verhindern.

Der Vorsitzende des Bankenausschusses, Christopher Dodd, bezeichnete den derzeitigen Vorschlag allerdings als "unakzeptabel". Eine Abstimmung könne noch mehrere Wochen dauern.

Die Unsicherheit zog den Finanzsektor herunter, die Papiere der Bank of America schlossen 2,5 Prozent tiefer, JPMorgan-Aktien 0,6 Prozent im Minus.

Die Aktie von General Electric (GE) verlor 4,6 Prozent und gehörte damit zu den größten Verlieren in Dow und S&P, nachdem die Analysten von Goldman Sachs ihre die Gewinnprognose gesenkt hatten. Ein Rückgang der weltweiten Rohstoffpreise belastete Unternehmen wie den Aluminiumproduzenten Alcoa, dessen Papier 4,5 Prozent verlor.

Zu Beginn des Handelstages hatten Techwerte wie etwa der Softwarehersteller Microsoft und der Computerhersteller Hewlett-Packard die Börsen gestützt. Auch sie mussten ihre Gewinne überwiegend wieder abgeben. Die Microsoft-Aktie notierte zum Handelsschluss jedoch 0,2 Prozent im Plus. Das Unternehmen hatte einen Aktienrückkauf angekündigt und die Quartalsdividende erhöht.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,15 Milliarden Aktien den Besitzer. 879 Werte legten zu, 2276 gaben nach und 58 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2 Milliarden Aktien 915 im Plus, 1902 im Minus und 95 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 07/32 auf 101-13/32. Sie rentierten mit 3,826 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 04/32 auf 101-13/32 und hatten eine Rendite von 4,413 Prozent.

als/Reuters



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