US-Computerhersteller Zwangspause ohne Gehalt

Die beiden Computerkonzerne Hewlett Packard (HP) und Gateway verlangen ihren Mitarbeitern zu Weihnachten Geldgeschenke ab. Diese sollen bis zu 20 Tage unbezahlten Urlaub nehmen.


Kein Geld zu Weihnachten: HP-Zentrale in Palo Alto
AP

Kein Geld zu Weihnachten: HP-Zentrale in Palo Alto

Palo Alto – Am härtesten trifft es die freien Mitarbeiter der internen Technik-Abteilung. Sie würden zu einem Sonderurlaub von 20 Arbeitstagen verpflichtet, sagte HP-Sprecher Arch Currid der Nachrichtenagentur Bloomberg. Bei der weltweiten Spar-Aktion sollen die meisten Betroffenen jedoch nur während der Weihnachstswoche leer ausgehen.

Bereits im Juli hatte der weltweit zweitgrößte Computerhersteller eine unbezahlte Zwangspause von zwei Wochentagen ohne Gehalt auferlegt und damit nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Dollar gespart. Wie viele Mitarbeiter von dem weihnachtlichen Sonderurlaub betroffen sind und wie viel Geld bei der jetzigen Weihnachtsaktion eingespart werden soll, sagte Currid nicht.

Auch Gateway, der drittgrößte PC-Hersteller der USA, wird einen Teil seiner Beschäftigten während der Feiertagswoche nicht bezahlen. Nach Angaben von Unternehmenssprecher Brad Williams soll die Sparmaßnahme nur eine Minderheit der Mitarbeiter betreffen.

Beide Computerfirmen leiden weiterhin unter schlechten Verkaufszahlen. HP-Chefin Carly Fiorina hatte erst in der vergangenen Woche die Umsatzerwartungen für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert: Wurde im Juni noch ein Wachstum von 4 bis 6 Prozent erwartet, sind es nun nur noch 2 bis 4 Prozent. Auch Gateway-Chef Ted Waitt hatte gewarnt, dass die eigenen Umsatzziele nur noch erreichbar wären, wenn die Verkaufszahlen in den letzten Wochen vor Weihnachten stark zulegten.

Der weltgrößte Computerhersteller Dell verordnet seinen Mitabeitern dagegen keine Zwangspause. IBM-Sprecher Jan Butler nutzte die Anfrage des "Wall Street Journal" sogar zu einem Seitenhieb auf die schwächelnde Konkurrenz: "Wir haben zu tun, denke ich", sagte er.



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