US-Erfolg Öl-Staaten erhöhen Fördermenge

Die USA haben sich durchgesetzt. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat dem Druck der Supermacht nachgegeben und die Fördermengen für Erdöl angehoben.


Die Opec will die Fördermengen für Rohöl anheben
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Die Opec will die Fördermengen für Rohöl anheben

Wien - Die Mitgliedsländer der Organisation hatten sich nach zweitägigen Verhandlungen darauf geeinigt, die Rohölförderung ab April um fast 245 Millionen Liter pro Tag zu erhöhen. Neun Opec-Mitglieder, in erster Linie die Öl-Giganten Saudi-Arabien und Kuwait, befürworteten die Erhöhung der Förderquote, einzig Iran stimmte dagegen.

Die Einigung auf die gesteigerte Ölmenge hebt die vor gut einem Jahr zur Stabilisierung des Rohölpreises beschlossene Produktionskürzung im Kartell wieder auf. Saudi-Arabiens Ölminister Ali el Naimi sagte, außer Iran und das durch das Uno-Embargo gehandicapte Irak würden alle elf Opec-Länder ihre Produktion auf insgesamt 3,3 Milliarden Liter pro Tag erweitern. Dies entspreche einer Produktionserhöhung von sieben Prozent und von 1,45 Millionen Barrel pro Tag. Das Abkommen sei kein einmaliges Ereignis, sondern Teil eines kontinuierlichen Prozesses, so Naimi. Die Opec-Staaten einigten sich auf ein weiteres Treffen im Juni, um die jüngste Produktionserhöhung zu erörtern.

US-Präsident Bill Clinton begrüßte die Entscheidung und sagte, sie werde dazu beitragen, das weltweite Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten und für ein größeres Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage von Öl sorgen. Die US-Regierung werde die Entwicklungen auf dem Öl-Weltmarkt in den kommenden Monaten genau beobachten. Den Autofahrern in den Vereinigten Staaten sei nicht zuzumuten, rund 86 Pfennig je Liter Benzin zahlen zu müssen.

Die iranische Delegation teilte mit, das Land werde trotz seiner Gegenstimme im Opec-Rat die Rohölproduktion genauso steigern wie die übrigen Mitgliedsländer. Man könne es nicht leisten Marktanteile zu verlieren, hieß es zur Begründung. Der Iran bleibt aber dabei, dass es sich bei der Diskussion innerhalb der Opec nicht um einen Streit wegen ein "paar Barrel" Öl gehandelt habe, sondern um prinzipiell unterschiedliche Ansichten. Die Opec habe es versäumt, einen Kompromiss zu erreichen, sagte Irans Ölminister Bijan Zanganeh. Jeder Produktionsanstieg sollte nach Ansicht des Iran vorsichtig vorgenommen werden. Zudem sei keine Verknappung des Angebots zu erkennen.

US-Notenbankchef Alan Greenspan hatte die Opec-Länder vor einem dauerhaft überhöhten Ölpreisniveau gewarnt. Es gebe keinen Zweifel daran, dass eine deutlich verteuerte Energie negativen Einfluss auf die Wirtschaft, das Wachstum, die Produktion und eine Reihe weiterer Felder haben könne, so Greenspan. Daher sei ein ausgewogenes Preisniveau auch im Interesse der Ölförderländer.



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