US-Feuerwehr-Spielzeug Brandheißer Verkaufsschlager

Der Spielzeughersteller Fisher-Price hat nach den Terroranschlägen vom 11. September eine Actionfigur aufgelegt, deren Uniform jener der New Yorker Feuerwehr nachempfunden ist. Das Spielzeug ist einer der Renner des Weihnachtsgeschäfts.


Feuerwehrmann Billy Blazes: Das heißeste Spielzeug der Saison
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Feuerwehrmann Billy Blazes: Das heißeste Spielzeug der Saison

New York - Billy Blazes ist ganzer Kerl. Der breitschultrige, schnurrbärtige Feuerwehrcaptain scheut keine Gefahr und ist der Chef der "Blaze Busters". Blazes ist einer der Helden der "Rescue Heroes", einer Spielzeugserie von Fisher Price.

Vor knapp einem Jahr vereinbarten Fischer-Price und der "Fire Safety Education Fund" der New Yorker Feuerwehr (FDNY), eine limitierte Version der Blazes-Figur mit FDNY-Outfit zu produzieren. Pro verkaufter Figur sollte ein Dollar an den Fonds des FDNY gehen, der Bildungs- und PR-Maßnahmen zur Brandsicherheit fördert. Geplant war, 30.000 Figuren herzustellen und diese über die Spielzeugkette Toys 'R' Us zu verkaufen.

Nach den Anschlägen vom 11. September beschloss Fisher-Price, die Produktion auf 105.000 Stück zu erhöhen und die gesamten Einnahmen dem FDNY-Fonds zu spenden. Wenn alle Figuren verkauft würden, bekäme das FDNY mehr als eine Million Dollar.

Seit den Terroranschlägen sind die New Yorker Feuerwehrleute Nationalhelden. Insgesamt 343 Mitglieder des FDNY verloren bei der Rettungsaktion in Manhattan ihr Leben.

Die Figuren sind der Verkaufsschlager der Saison. Über den Feuerwehr-Website "FDNY Fire Zone" wurden "binnen einer Viertelstunde 3500 Figuren verkauft", sagte Mary Weitzman, Geschäftsführerin des Websites, dem "Wall Street Journal". Fisher-Price berichtet ebenfalls von einem reißenden Absatz. "Die Figuren sind weg, sobald wir sie in die Regale stellen", so Fisher-Price-Vorstandschef Neil Friedman.

Neben den Actionfiguren stehen auch andere Artikel mit dem FDNY-Logo, wie beispielsweise Baseball-Kappen, T-Shirts oder Feuerwehrautos, hoch im Kurs. Vor den Anschlägen machte die "Fire Zone" etwa 1000 Dollar Umsatz pro Tag. Nach dem 11. September hat sich diese Zahl mehr als verzehnfacht.

Stephen Ruzow, der Merchandising-Beauftragte des FDNY, musste inzwischen sogar einen Anwalt engagieren, um Händler abzumahnen, die nicht-lizensierte FDNY-Artikel verkaufen. "Diese Leute", so Ruzow, "schlagen Gewinn aus der Tragödie".



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