US-Flop Intershop kommt zurück nach Europa

Wer erfolgreich sein wolle, müsse seine Firmenzentrale in den USA haben, hatte Intershop-Gründer Stephan Schambach immer getönt. Das scheint jetzt anders zu sein: Intershop schrumpft und geht zurück nach Jena.


Stephan Schambach
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Stephan Schambach

Hamburg - Der Softwareanbieter Intershop verlegt seinen Hauptsitz aus San Francisco zurück in die alte Heimat Jena. 1996 war die Firma nach Kalifornien gezogen, um näher am Boom-Markt USA zu sein. Jetzt sagte der Intershop-Mitgründer und neue Chef Wilfried Beeck, in den USA sei auch ein Platz drei oder vier akzeptabel. Konkurrenten wie Broad Vision seien mit ihrem Personal derzeit dort besser aufgestellt, sagte Beeck der "Financial Times Deutschland".

"Wir waren hier zu wenige, die sich um das US-Geschäft gekümmert haben", bedauerte Beeck in Bezug auf die Zentrale in San Francisco. Die Mitarbeiter hätten im Wesentlichen ein deutsches Unternehmen von Kalifornien aus geführt. Die 600 Software-Entwickler der Firma saßen immer in Jena.

Den anstehenden Umzug werden 130 der 260 Mitarbeiter in den USA nicht mitmachen: Sie werden entlassen. Die übrigen sollen sich nur noch um Vertrieb und Marketing kümmern. Der US-Umsatz, der 2000 noch 39,4 Millionen Euro und damit 40 Prozent des Gesamtumsatzes erreichte, lag im ersten Quartal 2001 bei nur noch drei Millionen Euro. Derzeit gilt Intershop als Übernahmekandidat. Als Interessenten werden Hewlett-Packard und SAP gehandelt.

Intershop-Gründer Stephan Schambach hatte noch vor Ostern gesagt, das Unternehmen werde sich nicht aus den USA zurück ziehen.



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