US-Flugzeughersteller Boeing erhöht die Preise

Boeing strotzt vor Selbstbewusstsein - der US-Flugzeughersteller erhöht die Preise für seine Maschinen, obwohl der europäische Konkurrent Airbus bei der Zahl der Neubestellungen kräftig zugelegt hat. Das teuerste Boeing-Modell kostet jetzt bis zu 300 Millionen Euro.


Hamburg - Der amerikanische Flugzeugbauer Boeing erhöht einem Bericht zufolge die Listenpreise für alle Modelle. Von der Preiserhöhung, die mit dem Ende der Luftfahrtmesse im französischen Le Bourget gelte, sei also auch die neue Boeing-787-Familie betroffen, berichtet die "Financial Times Deutschland".

Boeing 787 Dreamliner: Teuerste Version kostet jetzt 200 Millionen Euro
DPA

Boeing 787 Dreamliner: Teuerste Version kostet jetzt 200 Millionen Euro

Die Preiserhöhung erfolge trotz starker Konkurrenz durch den europäischen Flugzeughersteller Airbus, der zahlreiche Neuaufträge erhalte. Branchenexperten zufolge liegt Airbus seit der Flugschau in Frankreich mit 626 Neuaufträgen vor Boeing mit 520 Bestellungen.

Dem Bericht zufolge kostet die teuerste 787-9 jetzt zwischen 189 und 200 Millionen Euro - etwa sechs Prozent mehr als zuvor. Dabei ist das neu entwickelte Langstreckenflugzeug noch gar nicht auf dem Markt; der Erstflug ist für den kommenden September geplant. Schon jetzt liegen mehr als 600 Bestellungen vor.

Auch die Preisspanne für den neuen Jumbo Jet 747-8 sei um sechs Prozent auf bis zu 300 Millionen Euro angehoben worden. Airbus hatte seine Preise bereits im Februar angehoben.

Die Listenpreise haben allerdings nur begrenzte Aussagekraft, da Großkunden Rabatte von 30 bis 50 Prozent gewährt werden. Airbus und Boeing werfen sich gegenseitig vor, durch überhöhte Rabatte Aufträge ergattern zu wollen.

Airbus-Chef Louis Gallois hatte Kritik des US-Konkurrenten auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget zurückgewiesen: "Wir sind nicht bereit, die Preise zu opfern." Boeing biete seinen Dreamliner unter dem Preis der A350 an. Boeing-Vize Mike Bair antwortete in Richtung Gallois: "Ich weiß nicht, woher er das wissen will. Wir haben ihm noch keins unserer Flugzeuge verkauft, und wir haben selbst noch keinen Airbus erworben."

kaz/AP



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