US-Hypothekenkrise SachsenLB bekommt finanzielle Unterstützung

Zum zweiten Mal muss eine deutsche Bank wegen der Folgen der US-Hypothekenkrise mit Milliardengarantien gestützt werden: Ein Pool der Sparkassen-Finanzgruppe räumte der SachsenLB eine Kreditlinie von 17,3 Milliarden Euro ein.


Frankfurt- Die von der Landesbank-Tochter SachsenLB Europe verwaltete Gesellschaft Ormond Quay habe sich aufgrund des derzeit schwierigen Marktumfelds bei so genannten Commercial Papers (CP) nicht mehr ausreichend refinanzieren können, teilte die SachsenLB mit. Die Bonität der gesamten Bank sei dadurch in Frage gestellt worden.

CPs sind Anleihen mit einer sehr kurzen Laufzeit. Durch das Einspringen des Sparkassen-Pools könnten die Papiere nun bei ihrer Fälligkeit eingelöst werden. Dieser Pool bestehe primär aus Landesbanken, sagte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV).

Bei der Mittelstandsbank IKB war vor etwa drei Wochen ähnliches passiert: Die Bank hatte sich mit einem Fonds am US-Markt für zweitklassige Hypothekendarlehen (Subprime Mortgage) verspekuliert und musste von ihrem Hauptaktionär, der staatseigenen Förderbank KfW, mit einer Liquiditätslinie von 8,1 Milliarden Euro gestützt werden. Die KfW erwartet bei der IKB aus heutiger Sicht einen Verlust von 3,5 Milliarden Euro aus dem US-Engagement. Die Summe wird zu 70 Prozent von der KfW aufgebracht, 30 Prozent übernehmen die Verbände von privaten Instituten, Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

Auf die ohnehin als finanzschwach geltende SachsenLB kommen durch das US-Engagement Ergebniseinbußen zu. "Die Umstellung der Refinanzierung der Ormond-Quay-Struktur wird das Jahresergebnis der SachsenLB belasten", teilte die Bank mit. Der Freistaat Sachsen betonte, für alle möglicherweise aus dem Fonds entstehenden Verluste zu haften. Ormond Quay unterliege der so genannte Grandfathering-Regelung. Diese besagt, dass das Land bis zum Jahr 2015 Garantien für alle Verbindlichkeiten der Bank gewährt. Die Regeln wurden nach dem Wegfall von Anstaltslast und Gewährträgerhaftung im Jahr 2005 vereinbart.

Für die anderen von der SachsenLB betreuten Zweckgesellschaften - Georges Quay und Sachsen Funding - sei ausreichend Liquidität vorhanden, teilte die Landesbank mit. Die daraus entstehenden Finanzierungsverpflichtungen könnten erfüllt werden.

esp/Reuters



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