Preisspirale US-Inflationsrate steigt auf 6,8 Prozent

Die Inflation in den USA zieht weiter an: Sie ist nun so hoch wie seit 1982 nicht mehr. Ökonomen rechnen mit einer Reaktion der Notenbank Fed.
Elektronikmarkt in Gurnee, Illinois

Elektronikmarkt in Gurnee, Illinois

Foto: TANNEN MAURY / EPA

Die Inflation in den USA ist auf den höchsten Stand seit Juni 1982 gestiegen. Waren und Dienstleistungen kosteten im November 6,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, teilte das Arbeitsministerium mit. Analysten hatten diese Rate erwartet. Im Vormonat hatte sie noch bei 6,2 Prozent gelegen.

US-Präsident Joe Biden hat die Bürger bereits vorsorglich auf die schlechte Nachricht eingestimmt und zugleich vor überzogenen Befürchtungen gewarnt. Die Daten würden noch nicht die erwarteten Preissenkungen in den kommenden Wochen und Monaten zeigen.

Die Rate liegt damit noch deutlicher über dem Inflationsziel der US-Notenbank Fed von zwei Prozent. Die Federal Reserve hat die erhöhte Teuerung lange als von Corona-Sonderfaktoren bestimmte, übergangsweise Entwicklung betrachtet. Notenbankchef Jerome Powell hat zuletzt aber durchblicken lassen, dass diese Sichtweise nicht mehr uneingeschränkt haltbar sei. Die Fed gerät zusehends unter Zugzwang, ihren lockeren geldpolitischen Kurs früher zu verlassen als zunächst geplant.

Für die Zinssitzung am Mittwoch wird ein Beschluss erwartet, dass die Notenbank den Geldhahn früher zudrehen könnte: Sie dürfte das Tempo beim Abbau ihrer monatlichen Käufe im Rahmen ihres Anleihenprogramms beschleunigen. Diese könnten dann im Frühjahr komplett eingestellt werden, womit der Weg für eine frühere Zinserhöhung geebnet wäre.

hej/dpa-AFX
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