US-Investor Dell verspricht 750 Jobs in Sachsen-Anhalt

Bis 2010 soll alles fertig sein, aber schon in diesem Jahr entstehen mehrere hundert neue Stellen: Der US-Computerriese Dell errichtet seinen zweiten deutschen Standort in Halle und will von dort aus versuchen, seinen hier zu Lande schwächlichen Marktanteil zu steigern.


Dell-Manager Bell: Höhe der Subventionen nicht genannt
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Dell-Manager Bell: Höhe der Subventionen nicht genannt

Halle - Die Ankündigung beendete tagelange Spekulationen über einen möglichen neuen Dell-Standort. In Halle sollen bis 2010 in einem Zentrum für Service und Vertrieb rund 750 Stellen geschaffen werden. Die ersten 300 werden nach den Worten des Europa- Chefs von Dell, Paul Bell, schon bis zum Ende dieses Jahres entstehen. Die genauen Stellenzahlen seien aber von der wirtschaftlichen Entwicklung des Konzerns abhängig.

Der US-Investor ist für Sachsen-Anhalt so wichtig, dass Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) Bell persönlich hofierte und bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ihm auftrat. Bell unterschrieb in Halle ein Memorandum und nahm einen Förderbescheid des Landes entgegen. Die genaue Höhe der staatlichen Förderung wurde nicht genannt.

Die Wahl sei nicht nur wegen einer guten Infrastruktur in den Bereichen Verkehr und Telekommunikation auf Halle gefallen. "Wir waren begeistert von der beruflichen Qualifikation der Menschen", sagte Bell. Auch das Entgegenkommen von Land und Stadt habe die Entscheidung beeinflusst.

Standort für PC-Werk noch offen

Dell-Deutschlandchef Alain Bandle betonte, die neue Niederlassung schaffe mehr Nähe zu den deutschen Kunden. In Halle soll der Schwerpunkt auf dem Geschäft mit öffentlichen Auftraggebern sowie mit kleineren Unternehmen liegen. Im Unterschied zu einfachen Callcentern stelle das Zentrum hohe Anforderungen an technisches Wissen.

Bisher gibt es in Deutschland eine Dell-Niederlassung im hessischen Langen. Diese werde demnächst nach Frankfurt am Main umziehen, teilte Bell mit. Er bekräftigte Pläne des Unternehmens, in Europa ein neues Produktionswerk zu bauen. Der Ort stehe noch nicht fest, Mittel- oder Osteuropa seien in der Diskussion.

Bell betonte aber, Dell wolle besonders in Deutschland massiv weiter wachsen. "Deutschland ist einer der wichtigsten Märkte für Dell und deshalb ein sehr attraktives Ziel für unsere Investitionen." Die Entscheidung soll bis Ende des Jahres fallen. Bisher betreibt Dell auf europäischem Boden nur im irischen Limerick eine PC-Fabrik.



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