US-Konjunktur Greenspans düstere Prognose

US-Notenbankchef Alan Greenspan hat davor gewarnt, dass die US-Wirtschaft nach den Terroranschlägen der vergangenen Woche kurzfristig starke negative Effekte verzeichnen wird. Auf längere Sicht sehe es aber etwas besser aus.


Alan Greenspan: Die Terroranschläge werden die US-Wirtschaft erheblich belasten
REUTERS

Alan Greenspan: Die Terroranschläge werden die US-Wirtschaft erheblich belasten

Washington - Vor dem Bankenausschuss des US-Senats sagte Greenspan am Donnerstag, die Folgen der Anschläge könnten sich sowohl in rückläufigen Verbraucherausgaben als auch in einer gedämpften Investitionsbereitschaft äußern. Dennoch zeigte sich der Fed-Chairman mit Blick langfristig optimistisch für die Perspektiven der US-Wirtschaft. Die Märkte in New York reagierte nach den Äußerungen Greenspans kurzfristig mit weiteren Verkäufen, konnten die Verluste im Verlauf aber verringern.

Hinsichtlich der Entwicklung an den Finanzmärkte verwies Greenspan darauf, dass diese zur Normalität zurück kehrten. Die meisten Märkte funktionierten inzwischen wieder normal, auch wenn es hier und da noch Friktionen gebe. Die durch die Anschläge auf das World Trade Center in New York zerstörte Infrastruktur wird nach Einschätzung von Greenspan schnell wieder aufgebaut sein.

Im Weiteren sagte Greenspan vor den Ausschussmitgliedern, dass nach den Anschlägen die Unterstützung für eine neue Runde zu Liberalisierung des Welthandels steigen dürfte. Hiervon wurden nach Ansicht des Fed-Chairman positive Impulse auf die Weltkonjunktur ausgehen. Zudem würde eine neue Welthandelsrunde auch ein Bekenntnis zur Verpflichtung auf offene und freie Gesellschaften sein, was Greenspan zufolge die passende Antwort auf die Terroranschläge der vergangenen Woche ist.

Greenspan äußerte sich allerdings nicht zum weiteren geldpolitischen Kurs der Fed. Nachdem der Offenmarktausschuss (FOMC) der Fed am Montag die Leitzinsen außerplanmäßig um 50 Basispunkte auf 3,00 Prozent gesenkt hat, um das Vertrauen der Verbraucher und Finanzmärkte wieder herzustellen, rechnen Experten für die kommende FOMC-Sitzung am 2. Oktober mit einer weiteren Zinssenkung um wenigstens 25 Basispunkte.



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