US-Kreditkrise Scheichs sollen Schweizer Großbank stützen

Die Kreditkrise am US-Markt fordert ein weiteres prominentes Opfer. Die Schweizer Großbank UBS muss zehn Milliarden Dollar abschreiben. Es droht der erste Verlust in der zehnjährigen Geschichte der damals fusionierten Bank. Nun wollen Asiaten und Scheichs die Schweizer Institution sanieren.


Zürich - Im Oktober war die Prognose noch sehr viel zuversichtlicher ausgefallen. Heute jedoch teilte die UBS mit, dass das Schlussquartal nach der Wertberichtigung mit einem Verlust enden dürfte. Auch für gesamte Geschäftsjahr werde das Ergebnis möglicherweise negativ ausfallen, hieß es in der Mitteilung.

UBS-Zentrale: Prognose revidiert
DPA

UBS-Zentrale: Prognose revidiert

Wegen der Kreditkrise hatte die UBS im dritten Quartal bereits eine Wertberichtigung in Höhe von rund 3,5 Milliarden Dollar vornehmen müssen. In der Folge war es zu Neubesetzungen im UBS-Vorstand gekommen. Zudem hatte die Bank den Abbau von 1500 Stellen bis zum Jahresende angekündigt. In den ersten neun Monaten verdiente das Traditionshaus mit 6,37 Milliarden Dollar rund 880 Millionen weniger als im Jahr zuvor.

Die Probleme hängen nach Auskunft des Kreditinstituts direkt mit der anhaltenden Krise am US-Markt für zweitklassige Hypothekendarlehen zusammen, die durch die schlechteren Markterwartungen für die Zukunft zusätzlich verschärft worden sei. Die neuen Abschreibungen spiegelten daher daher "das extreme Verlustpotenzial" wieder, das zurzeit auf dem Markt für faule Kredite zu beobachten sei. Die entsprechende Neubewertung ihrer US-Subprime-Positionen führe nun zu zusätzlichen Abschreibungen in Höhe von rund zehn Milliarden US-Dollar, hieß es.

In den USA häufen sich die Fälle, in denen Hausbesitzer mit geringem Einkommen ihre Kredite in Zeiten steigender Zinsen nicht zurückzahlen können.

Bei der Bewältigung der Finanzkrise soll nun die Erhöhung des Eigenkapitals helfen. Zwei Investoren aus Asien und dem Nahen Osten würden zusammen 13 Milliarden Franken einbringen, heißt es in der Mitteilung der UBS Chart zeigen. Davon kämen elf Milliarden vom Staatsfonds Government of Singapore Investment Corporation Pte Ltd. (GIC) und weitere zwei Milliarden Franken von einem nicht genannten Investor aus dem Nahen Osten. Zunächst würden beide Investoren eine Zwangswandelanleihe zeichnen, die später in Aktien umgewandelt werde.

Die UBS will ferner für das Geschäftjahr 2007 die Bardividende durch eine Aktiendividende ersetzen. Statt Bargeld sollen die Aktionäre Bonusaktien im Wert von 4,4 Milliarden Franken erhalten.

Die Aktionäre sollen den Vorschlägen auf einer außerordentlichen Generalversammlung Mitte Februar zustimmen. Zudem will die Bank 36,4 Millionen eigene Aktien im Wert von weiteren zwei Milliarden Franken, die zur Einziehung vorgesehen waren, nun wieder ausgeben.

Insgesamt werde sich das Kernkapital der Bank durch alle Maßnahmen zusammen um 19,4 Milliarden Franken erhöhen, hieß es.

mik/dpa-AFX/Dow Jones/AP



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