US-Navy Hickhack um den Präsidenten-Heli

Zwei Hubschrauberbauer wetteifern in Washington derzeit darum, die Transportflotte des US-Präsidenten modernisieren zu dürfen. Wichtigstes Argument dabei ist, wie viel Prozent amerikanischer Arbeit in den Helikoptern steckt.


US-Präsident Bush: Helikopter, 100 Prozent made in America
REUTERS

US-Präsident Bush: Helikopter, 100 Prozent made in America

Washington - Am Mittwoch verschob die US-Navy die Entscheidung über den Auftrag auf Januar. Erst dann wollen die Verantwortlichen entscheiden, welcher Hersteller künftig die Hubschrauber für den US-Präsidenten liefern darf. Bis dahin haben die Wettbewerber Zeit, für ihr jeweiliges Angebot Überzeugungsarbeit zu leisten.

Im Rennen sind noch zwei US-Hersteller: Sikorsky und Lockheed Martin. Beide haben unterdessen eine PR-Kampagne gestartet, um ihre Chancen zu erhöhen. Im Zentrum steht der Patriotismusgedanke. So verweist Sikorsky darauf, dass der VH-92 Superhawk zu 100 Prozent made in America ist.

Lockheed Martin hat in diesem Wettstreit das schlechtere Blatt. Der Konzern bietet die US101 als Präsidententransporter an. Leider baut Lockheed den Hubschrauber gemeinsam mit dem britisch-italienischen Augusta-Westland-Joint-Venture. Nun sind Italien und Großbritannien zwar treue US-Bundesgenossen. Dennoch steckt nur 80 Prozent USA im US101, was die Position von Lockheed Martin nicht eben stärkt.

Gut für Sikorsky, denn der Auftrag hat nach Angabe eines Navy-Sprechers ein Volumen von 1,6 Milliarden Dollar. Der erste der insgesamt 23 Hubschrauber soll 2008 geliefert werden. Folgeaufträge aus dem Pentagon dürften sicher sein.



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