Geldpolitik der Fed US-Notenbank erhöht Leitzins um 0,5 Prozentpunkte

Es ist die deutlichste Straffung in der Geldpolitik seit mehr als zwei Jahrzehnten: Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte erhöht.
Fed-Chef Jerome Powell

Fed-Chef Jerome Powell

Foto: ERIC BARADAT/ AFP

Angesichts rasant steigender Preise hat die US-Notenbank Federal Reserve den Leitzins so stark angehoben wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. Die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell beschlossen einstimmig eine Erhöhung um einen halben Prozentpunkt auf die neue Spanne von 0,75 bis 1,00 Prozent. Experten hatten mit diesem Schritt gerechnet, nachdem die Notenbank die Zinswende im März mit einer Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt eingeleitet hatte. Für die kommenden Monate erwarten Experten eine Serie weiterer kräftiger Anhebungen.

Die Inflationsrate in den USA hat im März mit 8,5 Prozent den höchsten Stand seit mehr als 40 Jahren erreicht. Dadurch wird die Kaufkraft der Verbraucher geschmälert, womit eine gefährliche Lohn-Preis-Spirale in Gang kommen kann. Die Fed steht daher unter Zugzwang, die Zügel weiter kräftig anzuziehen.

Als weitere Maßnahme will die US-Notenbank ihre infolge der Coronakrise auf fast neun Billionen aufgeblähte Bilanz rasch abbauen. Ab Juni sollen pro Monat jeweils auslaufende Anlagen im Wert von insgesamt 47,5 Milliarden US-Dollar (45 Mrd. Euro) nicht erneuert werden, wie die Zentralbank ankündigte. Bis September soll die monatliche Summe demnach auf 95 Milliarden Dollar pro Monat ansteigen. Damit wird den Finanzmärkten Liquidität entzogen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, die Bilanz der US-Notenbank sei auf fast neun Millionen aufgebläht, in Wirklichkeit sind es fast neun Billionen. Wir haben die Stelle geändert.

hej/Reuters