Nach Corona-Stresstest Fed verbietet US-Banken Aktienrückkäufe

Der Banken-Stresstest fiel zwar positiv aus, die US-Notenbank will aber, dass die Finanzinstitute ihr Geld angesichts der Coronakrise zusammenhalten - und verbietet vorerst Aktienrückkäufe und Dividendenerhöhungen.
Fed-Gebäude in Washington, D.C.

Fed-Gebäude in Washington, D.C.

Foto: Kevin Lamarque/ REUTERS

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat den US-Geldhäusern strikte Auflagen zur Schonung der Kapitalausstattung gemacht. Aktienrückkäufe und Dividendenerhöhungen sind für die größten Banken mindestens bis Ende des dritten Quartals verboten, wie die Fed am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte.

Zwar hätten sich die Institute im jährlichen Stresstest gut geschlagen, teilte die Fed mit. Doch eine Analyse der Belastungen durch die Corona-Pandemie habe Risiken offengelegt.

Laut der Nachrichtenagentur AP könnten die Banken, ausgehend von einem Worst-Case-Szenario der Fed für die Corona-Pandemie, Kredite im Wert von bis zu 700 Milliarden Dollar verlieren. Insgesamt wurden bei dem Stresstest 34 Banken geprüft. Um sie auf diese möglichen Verluste vorzubereiten, sollen die Banken das Geld in den nächsten Monaten zusammenhalten.

Bei Anlegern kamen die Fed-Vorgaben nicht gut an, Bankaktien reagierten nachbörslich zunächst mit Kursverlusten. Dabei fielen die Zeugnisse für die Geldhäuser bei der ersten Runde des regulären jährlichen Stresstests durchweg positiv aus. "Das Bankensystem bleibt gut kapitalisiert, sogar unter Annahme der schlimmsten Abwärtsszenarien", schrieb Fed-Vize Randal Quarles in der Mitteilung. "Das Bankensystem war in dieser Krise bislang ein Quell der Stärke."

Auch Deutsche Bank besteht Stresstest

Auch die Deutsche Bank hatte mit ihrer US-Tochter als eine der großen Auslandsbanken am Stresstest teilgenommen - erfolgreich. Die Fed bescheinigte der Bank Fortschritte, wie aus dem am Donnerstag nach US-Börsenschluss veröffentlichten Dokument hervorging. Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Bank den Stresstest zum ersten Mal seit Jahren bestanden. 2018, 2017 und 2015 konnte sie die Aufseher nicht überzeugen.

"Im zweiten Jahr in Folge hatte unsere wichtigste Aufsichtsbehörde in den USA weder quantitative noch qualitative Einwände gegen die Kapitalplanung", schrieben die US-Chefin Christiana Riley und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing in einem Brief an die Mitarbeiter. Dies sei eine gute Nachricht und ein wichtiger Schritt nach vorn für die Bank.

Gänzlich ausgenommen von den Vorschriften der Fed ist die Deutsche Bank jedoch nicht. Anders als bei den US-Rivalen hängen bei den Töchtern ausländischer Geldhäuser zwar nicht die Dividenden und Aktienrückkäufe vom Testergebnis ab, dafür aber die Gewinnausschüttungen an ihre Konzernmütter.

Die US-Notenbank unterzieht die größten Geldhäuser bei dem Stresstest anhand simulierter Krisenszenarien Belastungsproben, um ihre Kapitalpolster zu prüfen. Nach den schlechten Erfahrungen in der letzten großen Finanzkrise soll sichergestellt werden, dass die Kreditvergabe bei einem Finanzmarkt-Crash nicht abrupt ins Stocken gerät und Banken nicht wieder mit Steuergeld gerettet werden müssen.

Die Deutsche Bank steckt in einem milliardenschweren Umbau, dem weltweit 18.000 Jobs zum Opfer fallen. Sewing zeigte sich bisher in der Coronakrise zuversichtlich, dass die Bank die Folgen der Pandemie ohne größere Blessuren übersteht.

fek/dpa/Reuters
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