US-Notenbankchef Bernanke spricht von Ende der Rezession noch in diesem Jahr

Ben Bernanke bemüht sich um Optimismus: Der US-Notenbankchef hat sich in einem Fernsehinterview zuversichtlich gezeigt, dass die Wirtschaft sich bereits 2009 erholt. Anfang kommenden Jahres sei sogar ein Aufschwung in Sicht.


Washington - Die schwere Rezession in den USA wird sich nach Einschätzung von US-Notenbankchef Ben Bernanke vermutlich zum Jahresende abschwächen. Anfang 2010 werde die wirtschaftliche Erholung an Fahrt gewinnen, sagte Bernanke am Sonntag dem US-Fernsehsender CBS. Die ersten "grünen Triebe" eines wirtschaftlichen Aufschwungs seien bereits offensichtlich.

Bernanke: Erste "grüne Triebe" offensichtlich
REUTERS

Bernanke: Erste "grüne Triebe" offensichtlich

Der Auftritt in der Sendung "60 Minuten" war das erste Fernsehinterview des öffentlichkeitsscheuen Notenbankchefs überhaupt. Laut CBS war es das erste Mal seit 20 Jahren, dass sich ein Chef der US-Notenbank zu einem Interview bereit erklärte. Dies zeige den Ernst der Lage und das Bedürfnis der Notenbank, einer breiten Öffentlichkeit die Situation zu erklären.

Bernanke sagte, dass keine große Bank mehr Pleite gehen werde. Das krisengeschüttelte US-Bankensystem müsse jedoch in Ordnung gebracht werden. "Daran arbeiten wir. Und ich denke, dass wir es stabilisiert bekommen", sagte Bernanke.

Voraussetzung sei, dass die Politiker in Washington den Willen zum Handeln zeigten, der für einen Aufschwung notwendig sei. "Das größte Risiko ist, dass wir nicht den politischen Willen haben", mahnte Bernanke. "Wenn wir nicht die Entschlossenheit haben, das Problem zu lösen, und wir die Dinge einfach laufen lassen, können wir nicht mit einem Aufschwung rechnen."

Die Welt sei im vergangenen Herbst nur knapp dem finanziellen Kollaps entgangen, sagte Bernanke. "Es war sehr knapp." Das Bankenrettungspaket der US-Regierung in Höhe von 700 Milliarden Dollar sei gerade noch rechtzeitig vom Kongress gebilligt worden.

cte/AP/AFP/dpa



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