US-Plan Raketenschutz für Verkehrsflugzeuge

Die US-Regierung hat die Rüstungskonzerne BAe Systems und Northrop Grumman mit der Entwicklung von Raketenabwehrsystemen für Linienflugzeuge beauftragt. Diese sollen verhindern, dass Terroristen Passagiermaschinen mit Raketen abschießen. Doch die Luftfahrtindustrie ist skeptisch, ob dieses Projekt überhaupt machbar ist.


United Airlines-Flieger: Die amerikanische Regierung will auch Verkehrsflugzeuge mit einer Raketenabwehr ausrüsten
AP

United Airlines-Flieger: Die amerikanische Regierung will auch Verkehrsflugzeuge mit einer Raketenabwehr ausrüsten

Washington - Wie das Heimatschutzministerium am Mittwoch in Washington mitteilte, sollen die beiden Rüstungskonzerne innerhalb von 18 Monaten Prototypen testen. Verkehrsflugzeuge ohne Passagiere werden in dieser Zeit mit solchen Abwehrsystemen ausgestattet. Die beiden Konzerne erhalten dafür jeweils umgerechnet rund 37 Millionen Euro.

Mit der Raketenabwehr will die amerikanische Regierung verhindern, dass Passagiermaschinen vom Boden aus getroffen werden. Nach Schätzungen der amerikanischen Regierung sind seit 1970 etwa 40 Flugzeuge von Raketen attackiert worden. Im November 2002 verfehlten zwei Geschosse ein israelisches Flugzeug kurz nach dem Start in Mombasa nur knapp.

Militärflugzeuge und das Flugzeug des amerikanischen Präsidenten, die Air Force One, sind bereits mit diesen Schutzschilden ausgerüstet. Sie könnten Amerikas Feinde davon abhalten, Verkehrsflugzeuge anzugreifen, sagte der Chef des Heimatschutzministeriums, Tom Ridge. Die Installation einer Raketenabwehr soll etwa eine Million Dollar pro Flugzeug kosten.

Israel hatte ein solches System im Juli erfolgreich getestet. Doch für Israel ist die Situation leichter: Israels Fluggesellschaft El Al hat nur 30 Flugzeuge, in den Vereinigten Staaten starten rund 6800 Flieger.

Zudem scheuen Fluggesellschaften diese Investition. Schätzungen gehen davon aus, dass die Kosten für 20 Jahre zwischen 50 und 100 Milliarden Dollar liegen.



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